Ein Traum wird wahr: Mit dem Wohnmobil durch West-Kanada

CANUSA unterwegs: Odette Schiller erlebt zwei Wochen inmitten herrlicher Natur
Eine neue Erfahrung

Eine Reise nach West-Kanada, das war schon lange ein Traum von meinem Mann Sebastian und mir. Die vielseitige Landschaft, die Wildtiere, die grenzenlose Weite – wir wollten nicht mehr bloß Erzählungen hören und Bilder sehen, sondern all das selbst erleben und auf eigene Faust erkunden ...

Und dann war es endlich so weit: Nachdem wir ein halbes Jahr voller Vorfreude die Reise geplant hatten, machten wir uns auf den Weg nach West-Kanada. Im Mai ging es mit etlichen Reiseführern im Gepäck auf die Reise; Air Canada brachte uns von Frankfurt direkt nach Calgary, dem Tor zu den Canadian Rocky Mountains. Schon der Flug über Island, Grönland, Manitoba und die Northwest Territories war beeindruckend, und die Vorfreude auf das Land wuchs von Stunde zu Stunde!

Odette und Sebastian während einer Whale Watching Tour
"Mit dem Wohnmobil durch West-Kanada, das war ein lang gehegter Reisewunsch von meinem Mann und mir. Nach unserer ersten Reise war dann auch ganz schnell klar: Wir kommen öfter wieder!"
Odette Schiller

Marketingmanagerin bei CANUSA in Hamburg

Calgary: Die Tour mit dem Wohnmobil beginnt

Am Morgen machten wir gleich einen kleinen Spaziergang zu den Hoodoos, einer Felsformation aus Kalkstein in der Nähe des Campgrounds. Noch beeindruckender als die Felsen fanden wir den Blick, den wir von dort auf den Bow River und das berühmte Banff Springs Hotel hatten. Mit diesem ersten Eindruck des Tages im Gepäck starteten wir in Richtung Lake Louise. Nach rund 25 Kilometern erreichten wir den Johnston Canyon. Endlich waren wir mitten in der Natur! Der Johnston Canyon ist eines der beliebtesten Ausflugs- und Wanderziele in der näheren Umgebung von Banff. Der Wanderweg beginnt gleich am Parkplatz, ist gut ausgeschildert und führt entlang des rauschenden Canyons erst zu den Lower Falls und anschließend weiter zu den Upper Falls. Den Wasserfall an den Lower Falls kann man sich sowohl von einem Plateau als auch von einer kleinen Höhle aus anschauen. Eine atemberaubende Wanderung!

Vor allem bis zu den Lower Falls kann es auf dem Trail nachmittags ziemlich voll sein, man sollte in der Hauptreisezeit daher in den früheren Morgenstunden starten, um den Wald und die schönen Ausblicke in den Canyon richtig genießen und Tiere beobachten zu können. Streifen- und Eichhörnchen sind auf dem schönen Trail ständige und neugierige Begleiter. Nach der fantastischen Wanderung machten wir ein Picknick, fuhren danach weiter und erlebten ein Highlight unserer Reise: Vom Highway aus konnten wir in nur 50 Meter Entfernung eine Grizzly-Mutter mit ihren drei Jungen beobachten. Wenig später sahen wir dann auch noch einen großen Grizzly, auch das Tier war nur wenige Meter von uns entfernt – beeindruckend!

Viele Wasserfälle und eine Grizzly-Familie am Johnston Canyon

Nach einer erholsamen Nacht in Calgary übernahmen wir von Westcoast by Canadream unser Wohnmobil und machten uns auf den Weg Richtung Banff. Bereits der erste Streckenabschnitt war für uns ein tolles Erlebnis. Es ging durch eine Hügellandschaft, vorbei an gelben Getreidefeldern und roten Farmhäusern; all das vor der Kulisse der Rocky Mountains, die zuerst weit entfernt lagen und langsam immer näher kamen. Nach knapp eineinhalb Stunden erreichten wir den Banff National Park, kauften unser Nationalpark-Jahresticket (lohnt sich schon ab insgesamt acht Übernachtungen in den Nationalparks) und fuhren weiter, wobei wir am Two Jack Lake und am Lake Minnewanka vorbeikamen.

Das war ein toller Vorgeschmack auf die Landschaft, die uns in den nächsten drei Wochen erwartete: glasklare Seen, Berge mit Puderzucker-Hauben und Aussichten auf schier endlose Weiten. Auf unserem ersten Campingplatz am Tunnel Mountain wurden wir gleich tierisch empfangen: rund um den Platz gab es Ground Squirrels – Eichhörnchen –, die sehr neugierig und ohne jede Scheu umherflitzten. Mit einer tollen Aussicht auf den Berg genossen wir unser erstes Picknick vor dem Wohnmobil.

Blick auf den Bow River im Banff-Nationalpark

Der Lake Agnes und andere herrliche Seen

Wir fuhren weiter zum Lake Louise und entschieden uns, auch wenn es schon früher Abend war, noch zum Lake Agnes zu wandern. Dank des leichten Regens und der Tageszeit waren außer uns nur wenige Menschen am See und auf dem Wanderpfad unterwegs. So konnten wir die abendliche Stimmung und die tolle Aussicht auf den türkisblauen Lake Louise in aller Ruhe genießen. Der Wanderweg beginnt am nördlichen Seeufer, direkt vor dem Chateau Lake Louise.

Für die teils beschwerlichen Strecke wurden wir immer wieder mit tollen Ausblicken auf den Lake Louise und das Chateau sowie auf die Gletscher und das Bow Valley belohnt! Ein Stück weiter erreichten wir den Mirror Lake, einen kleinen See am Fuße des Big Beehive. Dieser Berg sieht tatsächlich ein bisschen so aus wie ein großer Bienenstock. Dort machten wir uns nach einer Pause wieder auf den Rückweg, weil es allmählich dunkler wurde. 

Der Okanagan Lake und köstlicher Wein

Von Lake Louise aus steuerten wir zunächst Revelstoke an, verbrachten dort eine Nacht und fuhren am Tag darauf durch beeindruckende, abwechslungsreiche Landschaften zum Bear Creek Provincial Park am Okanagan Lake. Dieser See hat uns freundlich empfangen: mit strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel und milden Temperaturen! Der Provincial Park liegt am Westufer des Sees, gut 11 Kilometer von Kelowna entfernt. Wir nutzten einen idyllischen Campingplatz direkt am Seeufer und konnten uns einen der schönsten Stellplätze mit Blick auf den See aussuchen. Der Platz, die Wärme und das tiefblaue Wasser – das war genau das Richtige nach der langen Fahrt. Am nächsten Tag erkundeten wir die Gegend ein bisschen genauer. Ein Highlight am Okanagan Lake, dessen Region vom Wein- und Obstanbau geprägt ist, war für uns der Besuch eines Weinguts.

Im Visitor Centre ist es möglich, Wine-Tasting-Touren zu buchen, einige größere Weingüter kann man aber auch spontan besichtigen. Wir entschieden uns, das Mission Hill Family Estate zu besuchen und dort eine Besichtigung mitzumachen. Der toskanische Prachtbau wirkt auf den ersten Blick etwas künstlich, auf den zweiten ist das Anwesen aber vor allem beeindruckend und als Statement für die Qualität des Weins im Okanagan Valley zu verstehen. Die Weine, die wir während der Führung probieren konnten, schmeckten uns so gut, dass wir im Shop auch gleich zwei Flaschen Weißwein kauften. Den Abend ließen wir gemütlich mit einem Lagerfeuer ausklingen – mit Sonnenuntergang und Seepanorama, einfach schön! 

Eine Lagerhalle der Mission Hill Winery in West Kelowna in British Columbia

Eine Abendrunde in Vancouver

Schweren Herzens verließen wir den Okanagan Lake und unseren idyllischen Campingplatz am Bear Creek, um Vancouver anzusteuern. In Vancouver fuhren wir zunächst unseren Campground an, den Burnaby Cariboo RV Park; er ist gut vom Highway aus erreichbar und liegt rund 20 Kilometer östlich der Innenstadt. Das Zentrum ist von hier aus sehr gut mit dem SkyTrain erreichbar, die Station ist nur 10 Minuten zu Fuß entfernt. Da wir so neugierig auf die Stadt waren, machten wir uns noch am gleichen Abend auf den Weg nach Downtown. Wir spazierten die Burrard Street entlang bis zum Sunset Beach. Die Stimmung und das schöne Licht während der Dämmerung machten den Blick auf Granville Island und die English Bay noch malerischer. 

Die Atmosphäre am Sunset Beach war sehr entspannt, viele Radfahrer und Jogger genossen den frühen Abend, und die letzten Boote fuhren in den Hafen. Wir schlenderten am Strand entlang zum Inukshuk und genossen dort den Sonnenuntergang. Den Blick auf die Bucht und die dort liegenden Frachter fanden wir einmalig schön! Beflügelt von der tollen Stimmung am Strand spazierten wir über die Denman Street und entlang des Harbour Green Park, vorbei an den vielen beeindruckenden Jachten in der Marina, und kamen zur Waterfront-Station, von wo aus wir zurück zu unserem Campingplatz fuhren.

Mitarbeiterin Jessica
Insidertipp
Granville Island Public Market in Vancouver

von Jessica Haase

Fahren Sie mit der Fähre nach Granville Island und genießen Sie kulinarische Köstlichkeiten vom Public Market!

Vancouver, British Columbia

Restaurant/Bar/Cafe

Portraet Kirstin Denicke
Insidertipp
Burnaby Cariboo RV Park Vancouver

von Kirstin Denicke

Idealer Campground, um Vancouver auf einer Wohnmobilreise zu erkunden

Vancouver, British Columbia

Campground

Spazieren durch den Stanley Park, schlendern durch Gastown

Am nächsten Tag erkundeten wir die beeindruckende Metropole weiter, liefen durch die Innenstadt und den berühmten Stanley Park. Los ging es an der Station Waterfront, immer entlang des Coal Harbour bis zum Stanley Park. Die Sonne schien, und wir hatten entlang des Stanley Park Drive traumhafte Ausblicke auf die Skyline, den Hafen sowie North und West Vancouver. Auf dem Hauptweg ist immer viel los, kaum hat man ihn jedoch verlassen und einen der zahlreichen Waldwege im Park betreten, wird es ruhiger. Wir kamen an hohen alten Zedern und am schönen Beaver Lake vorbei und begegneten Eichhörnchen in allen Farben und Größen. Schließlich erreichten wir das Teahouse, vor dem einige Picknicktische und Bänke stehen und von wo aus man eine großartige Aussicht auf den Burrard Inlet hat.

Diesen schönen Tag ließen wir später im historischen Stadtteil Gastown ausklingen. Wir bummelten die Water Street und die umliegenden Straßen entlang, warfen von außen einen Blick in einige der vielen interessanten Galerien, aßen etwas in einem der gemütlichen Cafés und besuchten die berühmte Steam Clock. Dieser Stadtteil zeigt mit seinen schönen roten Backsteingebäuden, den schmalen Gassen sowie mit bunten Galerien und alternativen Cafés eine andere Facette von Vancouver, abseits der modernen Hochhäuser.

Die weltweit erste Dampfuhr im Stadtteil Gastown in Vancouver, Kanada

Walbeobachtung vor den Gulf Islands

Von der Halbinsel Granville Island, mitten in Vancouver, ging es für uns auf eine Whale-Watching-Tour in der Strait of Georgia. Die Tour mit den Wild Whales Vancouver begann in der Broker’s Bay. Wir hatten vorher und nachher noch die Gelegenheit, uns Granville Island anzuschauen, frühstückten frische Leckereien auf dem Public Market und schlenderten durch die kleinen Gassen. Dann ging die Tour los, die sich allein schon wegen der tollen Ausblicke auf die Stadt, die Küste und später auf die wunderschöne Inselwelt vor Vancouver Island lohnte. Auf der einen Seite wilde, zerklüftete Küstenabschnitte und ursprüngliche Wälder, auf der anderen feine Sandstrände und Privatgrundstücke mit schicken Bauten. Kaum hatten wir die Strait of Georgia verlassen und die Gulf Islands erreicht, trafen wir auch schon die ersten Robben und konnten Weißkopfseeadler beobachten.

Dann kamen wir zu einer Bucht, in der sich laut unseres Captains eine Gruppe von Orcas befinden sollte – und so war es auch! Wir trafen auf mehr als zehn Tiere und konnten sie eineinhalb Stunden auf ihrer Reise begleiten. Sowohl junge als auch erwachsene Meeresbewohner waren in der Gruppe, und es machte riesigen Spaß, sie anzuschauen. Die Jungtiere machten viele Sprünge und Drehungen, als würden sie miteinander spielen. Während der Tour hat unser Guide, eine Meeresbiologin, die Tiere und ihre Lebenswelt sehr gut erklärt. Ein Ausflug, den wir nur empfehlen können!

Der Valley Trail: 25 Kilometer rund um Whistler

Über den berühmten Sea-to-Sky Highway fuhren wir in Richtung Whistler. Unterwegs hatten wir viele sehr schöne Ausblicke auf den Howe Sound, und immer wieder boten sich Möglichkeiten für kleinere oder größere Wanderungen. Wir unternahmen einen Spaziergang zu den Brandywine Falls, was sich auf jedem Fall gelohnt hat. Die Wasserfälle, auf die man vom Aussichtspunkt aus einen tollen Blick hat, sind mit 70 Metern Höhe schon ziemlich beeindruckend. Einen weiteren wunderschönen Ausblick hat man von dort auf den Daisy Lake und die Berge. Unser Blick in das Tal schien sich im Endlosen zu verlieren. Am nächsten Tag entschieden wir uns, den Valley Trail rund um und durch Whistler zu wandern. Ein sehr zu empfehlender Wanderweg, ideal, um einen guten Eindruck von dem Ort und der Umgebung zu bekommen. Wir hatten viel Lust auf eine längere Strecke und wanderten 25 Kilometer auf dem großen Rundweg, der uns immer wieder tolle Aussichten auf den Whistler Mountain und den Blackcomb Mountain bot.

Der Weg führte uns zunächst zum Lost Lake, einem sehr schönen See mitten im Wald. Bei gutem Wetter kann man dort schwimmen oder auf dem Steg die Beine baumeln lassen.Wir gingen weiter in den Ortskern von Whistler. Viel mehr noch als das Ortsbild begeisterte uns in Whistler die offene, freundliche und sehr lebendige Stimmung. Viele junge, aktive Einwohner und Urlauber zeigen, dass es sich hier um ein Mekka für Outdoor-Sportler handelt. Unsere Wanderung ging weiter vorbei an vielen Seen, unter anderem zum Green Lake, wo wir eine längere Pause einlegten und uns ganz fasziniert die dort startenden und landenden Wasserflugzeuge anschauten. Eine beliebte Möglichkeit, Whistler von Vancouver aus zu erreichen, ist das Wasserflugzeug – während des Fluges dürfte man bei gutem Wetter eine großartige Aussicht auf das Bergpanorama haben.

Mitarbeiterin Odette Schiller am Lake Minnewanka in Alberta

Das nächste Highlight: der Wells Gray Provincial Park

Die Länge der Strecke zum Wells Gray Provincial Park beträgt zwar „nur“ rund 430 Kilometer, man sollte aber die Fahrzeit nicht unterschätzen. Dafür gibt es unterwegs auch einige Highlights zu sehen: die Hochebene um Pemberton, die Route entlang des Highway 99 und immer wieder tolle Bergpanoramen, sowie türkisblaue Seen. Ab Lillooet ändert sich dann das Landschaftsbild, die Berge werden niedriger, der Boden trockener. Auf einigen Teilen der Strecke, die an Feldern und Farmen vorbeiführt, kam bei uns echtes Wild-West-Feeling auf. Später ging es für uns auf dem Highway 24 weiter, vorbei an vielen schönen Seen und durch sumpfige Landschaften. Hier stehen die Chancen gut, auf Elche oder Karibus zu treffen. Erschöpft, aber mit zahlreichen neuen Eindrücken erreichten wir am Abend Clearwater. Am Tag darauf unternahmen wir unsere Tour durch den Wells Gray Provincial Park. Auf der Karte, die wir bekommen hatten, waren alle wichtigen Sehenswürdigkeiten, die Trails und Campgrounds des Parks eingezeichnet.

Man sollte sich mindestens einen ganzen Tag nehmen, um die Highlights zu erkunden; es lohnt sich allein schon wegen der unzähligen Wasserfälle. Neben den berühmten Helmcken Falls sind auch die Moul Falls besonders sehenswert. Die einzige südliche Zufahrtsstraße in den Park ist die Clearwater Valley Road, die an allen Wasserfällen und den anderen Sehenswürdigkeiten wie der Ray Farm entlangführt. Nach mehreren sehenswerten Stopps durften wir schließlich die Aussicht auf die Stars unter den Wasserfällen in diesem Park genießen: die Helmcken Falls. Sie sind mit 141 Metern die höchsten des Parks und die vierthöchsten Kanadas. Die Aussicht auf die Wasserfälle und die spürbare Kraft des Wassers fanden wir wirklich beeindruckend.

Jasper National Park: Der schönste Teil unserer Reise!

Unsere Tour ging nun weiter zum berühmten Jasper National Park. Wir erreichten am Abend den vor allem im Sommer sehr beliebten Whistlers Campground in Jasper. Spannend fanden wir die Wapiti-Herde, die im selben Wald lebt. Während unseres Aufenthalts sahen wir jeden Tag Wapitis und konnten sogar einige Weibchen mit ihren Jungtieren beobachten. In dem berühmten Nationalpark unternahmen wir viele Touren, auch wenn das Wetter nicht immer mitspielte. Neben dem Besuch des schönen Maligne Lake können wir einen Spaziergang am Lake Edith und am Lake Annette sehr empfehlen – an beiden Seen trifft man deutlich weniger Menschen als anderswo. 

Am Lake Annette hat man bei gutem Wetter herrliche Ausblicke auf das Bergpanorama und findet viele nette Plätze zum Picknicken. Der Weg um den Lake Edith führt hingegen nicht direkt am Wasser entlang, dafür aber durch ein hübsches Waldgebiet. Wer das Ufer des Lake Edith sehen möchte, kann sich auch eines der vielen Kanus ausleihen.
 

Der Edith Lake im Jasper-Nationalpark

Unser eigener Inukshuk am herrlichen Abraham Lake

Auf dem berühmten Icefields Parkway fuhren wir weiter Richtung Lake Louise. Auch wenn es immer wieder regnete, schauten wir uns die Athabasca Falls, die Sunwapta Falls und das Columbia Icefield an. Nach etwa der Hälfte der Strecke machten wir einen Abstecher zum David Thompson Highway, um uns dort einen Campground für eine Nacht zu suchen. Kaum hatten wir den Icefields Parkway verlassen, klarte der Himmel auf, und die Sonne kam hervor. Zufällig gelangten wir zum David Thompson Resort – ein absoluter Glücksgriff! Der Campingplatz ist gut ausgestattet, bietet schöne Stellplätze und liegt vor allem wunderschön oberhalb des Abraham Lake. Auf dem Campingplatz fand gerade das Bluegrass, Blues & Country Festival statt, das, wie wir später herausfanden, jährlich an einem Wochenende im Juni hier veranstaltet wird. Für Liebhaber dieser Musik durchaus ein Highlight, denn die geladenen Musiker waren wirklich gut und die Stimmung auf dem Campingplatz sehr entspannt.

Der Höhepunkt des Tages – und auch der ganzen Reise – war für uns ein Spaziergang zum Abraham Lake. Ein kleiner Pfad führte uns vom Campground zu einem Aussichtspunkt, von dem aus wir einen atemberaubenden Ausblick auf die Berge, den See und das Flussbett hatten. Ein Spazierweg verlief von dort aus hinunter zum See, wo wir den Ausblick dann wahnsinnig schön fanden, einfach überwältigend! Wir waren dort die einzigen Menschen weit und breit und hatten das ganze Panorama und den See für uns. Ergriffen von der Ruhe, dem Ausblick und der Nähe zur Natur bauten wir den ersten und einzigen Inukshuk unserer Reise.

Der Peyto Lake ohne viel Trubel

Bei strahlend blauem Himmel und kaum einer Wolke fuhren wir weiter auf dem Icefields Parkway – die Bergpanoramen fanden wir bei diesem Licht noch beeindruckender. Wir genossen die Fahrt entlang der gigantischen Bergketten. Das herrliche Wetter nutzten wir für eine Wanderung zum türkisblau schimmernden Peyto Lake, ebenfalls ein berühmter See und ein weiterer Höhepunkt unserer Reise. Vom Parkplatz aus führt ein teils recht steiler Weg zunächst zu einem Aussichtspunkt. Von dort aus hatten wir schon eine tolle Sicht auf den See und den Icefields Parkway. Aber dort ist natürlich auch immer ziemlich viel los, und wenn man den einmaligen Anblick ohne viel Trubel genießen möchte, sollte man ein bisschen weitergehen.

Etwas höher nutzten wir einen weiteren Spazierweg, von dem nach etwa 15 Minuten ein kleiner Pfad abzweigte. Nach wenigen Metern hatten wir einen noch viel beeindruckenderen Blick auf den Peyto Lake! Entlang des Icefields Parkway bieten sich noch weitere Zwischenstopps an, den funkelnden Bow Lake können wir zum Beispiel sehr empfehlen, dort gibt es entlang des Ufers einen sehr schönen Wanderweg.

Inukshuk am Abraham Lake

Ideal am Icefields Parkway: der Mosquito Creek Campground

Nach diesem sonnigen Tag steuerten wir wieder einen Campingplatz an – und machten erneut einen Glücksgriff, denn wir entdeckten zufällig den Mosquito Creek Campground am Icefields Parkway. Der Campground befindet sich rund 30 Kilometer nördlich von Lake Louise und bietet idyllische Stellplätze am Fluss mit Blick auf die Rockies. Ein Ort, den wir wärmstens weiterempfehlen können. Anders als der Name es vermuten lässt, schwirren dort übrigens nicht besonders viele Moskitos herum. Der naturbelassene Platz liegt zwar am Icefields Parkway, ist aber dennoch ruhig und befindet sich unmittelbar am Creek mit seinem kristallklaren, rauschenden Wasser.

Hier kann man erholsame Abende am Lagerfeuer mit Blick auf die Rocky Mountains genießen. Wir hatten einen Platz gleich am Wasser und waren vom Rauschen des Flusses schon nach wenigen Minuten vollkommen entspannt. Der Mosquito Creek Campground ist nicht nur ein sehr guter Start- oder Endpunkt für schöne Touren entlang des Icefields Parkway, sondern auch ein hervorragender Ort, um Wanderungen sowie Rad- und Klettertouren beginnen zu lassen, zum Beispiel zum ruhigen Hector Lake und zum Mount Hector.

Unterwegs im Yoho-Nationalpark, British-Columbia
Insidertipp
Campground Mosquito Creek, direkt am Icefields Parkway

von Odette Schiller

Staatlicher Campground ca. 30 km nördlich von Lake Louise

Lake Louise, Alberta

Campground

CANUSA Mitarbeiterin Odette Schiller
Insidertipp
Wanderung: Johnston Canyon, Bow Valley Parkway

von Odette Schiller

Einfache Wanderung entlang des Johnston Canyon im Banff National Park

Banff, Alberta

Aktivität

Lake Louise: Hinauf zum Tea House an den sechs Gletschern

Das Wetter sah vielversprechend aus, die Wolken würden sich bald verziehen. Wir wollten den berühmten Lake Louise unbedingt noch einmal bei Sonnenschein bewundern, also wagten wir einen zweiten Versuch und hatten Glück: Der anfangs bewölkte Himmel klarte tatsächlich im Laufe des Vormittages immer weiter auf! Anders als zwei Wochen zuvor gab es am See nun zahlreiche Besucher. Da wir den See und das Chateau schon am Anfang unserer Reise gesehen hatten, konnten wir nun einen großen Bogen machen und stattdessen den Wanderweg zum Plain of Six Glaciers nutzen. Die teilweise anspruchsvolle Wanderung lohnt sich: Immer wieder kann man das Postkartenpanorama auf die Berge genießen und hat außerdem eine tolle Sicht auf die sechs Gletscher, die den See speisen. Das Ziel unserer Wanderung, das Tea House, sahen wir zwischen niedrigen Bäumen auf einem kleinen Plateau.

Nachdem wir dort oben ankamen, machten wir erst einmal ein Picknick und genossen dabei den sagenhaften Ausblick. Ausgeruht und gestärkt machten wir uns auf den Rückweg, die imposanten Gletscher hinter uns und die Aussicht auf den türkisblauen Lake Louise vor uns. Nachdem wir wieder am Parkplatz angekommen waren, machten wir uns auf den Weg nach Banff – zur letzten Station unserer Reise. Dort erkundeten wir auf einem kleinen Spaziergang das hübsche Banff Village und schlenderten entlang des Bow River bis zum Fairmont Banff Springs Resort. Den Rest des Tages verbrachten wir damit, Last-Minute-Postkarten zu schreiben und mit zwei weinenden Augen unsere Heimreise am nächsten Tag vorzubereiten.
 

Abschied vom Wohnmobil und von Kanada

Der Tag der Heimreise begann frühmorgens, wir hatten ja noch die Fahrt von Banff nach Calgary vor uns. Mit unserem Vermieter hatten wir zwar eine etwas spätere Abgabe des Wohnmobils vereinbart, aber wir fuhren trotzdem früh los. Das war auch gut so, denn unterwegs regnete es immer wieder ziemlich stark, sodass wir auf dem Highway oft nur sehr langsam vorankamen. Die Abgabe des Wohnmobils verlief – wie auch schon die Übernahme – ganz entspannt. In der kleinen Station war es gerade ruhig, wir konnten sofort das Wohnmobil abstellen und in Ruhe unsere Koffer packen. Zusammen mit den Mitarbeitern tranken wir dort auch noch einen Tee und berichteten dabei von unserer Reise. Dann mussten wir uns schließlich schweren Herzens von unserem Wohnmobil und dem Team verabschieden und wurden nach Calgary zum Flughafen gebracht.

Nach einem ruhigen Flug landeten wir in Frankfurt – und vermissten schon kurz nach der Ankunft unser Wohnmobil, die Landschaft und die Ruhe. Wir hätten am liebsten noch viele weitere Wochen in unserem Camper verbringen und weiterreisen können. West-Kanada hat uns unglaublich gut gefallen, und wir haben jeden Moment unserer Reise genossen.

Mit dem Kanu über den Lake Louise

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