Ronja wandert den Skyline Trail entlang
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Einwöchige Autorundreise durch das schöne Nova Scotia

CANUSA unterwegs: Ronja entdeckt im eigenen Tempo die wunderschöne Provinz in Atlantik-Kanada

Schon lange wollte ich die raue Schönheit Nova Scotias selbst erleben – die endlosen Küstenstraßen, charmanten Fischerdörfer und die Herzlichkeit der Menschen haben mich schließlich auf diese Reise gelockt. Eine Woche lang erkunde ich die maritime Provinz mit dem Mietwagen, entdecke unter anderem die beeindruckende Natur des Cape Breton Highlands National Park , den berühmten Leuchtturm von Peggy's Cove und die Strandidylle von Iverness. Auch spannende Kultur und kulinarische Highlights in Eskasoni erwarten mich. Dabei lasse ich mich ganz von der Ruhe des Atlantiks und dem besonderen Rhythmus der Region treiben.

"Von hier oben eröffnet sich ein atemberaubendes Panorama: Das Meer glitzert im Sonnenlicht, die Küste verliert sich in der Weite des Atlantiks, während sich der berühmte Cabot Trail malerisch durch den Nationalpark schlängelt."  
Ronja Häcker

Produktmanagerin bei CANUSA in Hamburg

Ronjas Reise in Atlantik-Kanada

Nova Scotia in sicht

Meine Reise beginnt früh in Hamburg. Zu meiner Überraschung geht alles unglaublich schnell: Keine zehn Minuten brauche ich, um meinen Koffer abzugeben und auch der Umstieg in Frankfurt funktioniert reibungslos.

Gegen 18 Uhr Ortszeit lande ich in Halifax. Die Einreise verläuft dank der App ArriveCAN schnell und ohne Probleme. Die Abholung des Mietwagens beim Vermieter Alamo dauert ein wenig länger, aber dafür bekomme ich ein komfortables Upgrade: ein großes SUV, das für die kommenden Fahrten perfekt geeignet ist.

Meine Unterkunft, das Cambridge Suites Hotel Halifax, liegt sehr zentral. Für die erste Nacht ist es perfekt. Zum Abendessen gehe ich ins Gahan House Nova Centre, wo ich mir ein Crispy Chicken Sandwich und ein kühles Bier gönne – genau das Richtige nach einem langen Reisetag. Anschließend spaziere ich noch ein wenig durch die Argyle Street – sie ist bekannt als das Zentrum für Nachtleben mit Livemusik, Pubs und Gastronomie. Die Atmosphäre ist lebendig und macht das Ankommen in einer neuen Stadt besonders.

Ronja bei ihrer Anreise am Flughafen Hamburg
Canada Schriftzug in Halifax Waterfront

Eine Hafenrundfahrt in Halifax & ein idyllischer Ausflug nach Peggy's Cove

Der Tag beginnt früh, das Frühstück ist typisch amerikanisch mit Rührei, Kartoffeln, Toast und Cerealien – genau richtig, um in den Tag zu starten. Gut gestärkt mache ich mich auf den Weg zur Waterfront, die nur wenige Schritte vom Hotel entfernt liegt. Der Spaziergang entlang des Wassers ist herrlich: Die Uferpromenade ist liebevoll gestaltet und führt vorbei an kleinen Shops, gemütlichen Cafés, Restaurants, Bars und charmanten Biergärten. Überall stehen die ikonischen roten Kanada-Sessel – perfekt für kurze Pausen direkt am Wasser. Die rund vier Kilometer am Hafen entlang fühlen sich leicht und entspannt an.

Ein echtes Highlight ist die Harbour Cruise. Das kleine Elektro-Holzboot gleitet leise durch den Hafen, und die Tour wirkt angenehm persönlich. Der Kapitän erzählt spannende Details zu Halifax, den Fährverbindungen nach Dartmouth und George Island und teilt humorvolle Anekdoten, die die Stadt noch lebendiger machen. Mein besonderer Moment: Ich darf für eine kurze Zeit selbst das Boot steuern – ein richtiges Erlebnis!

Mit einem Kaffee von Tim Hortons geht es anschließend hinauf zur Halifax Zitadelle. Der Weg ist zwar steil, doch die Aussicht und das historische Gelände lohnen sich. Oben werde ich von einem Guide in Soldatenuniform empfangen, der die Geschichte der Anlage auf unterhaltsame Weise erklärt. Die verschiedenen Ausstellungen geben einen tollen Einblick in die Vergangenheit der Stadt. Punkt 12 Uhr wird die Kanone abgefeuert – ein beeindruckendes Ereignis, das viele Besucher anzieht.

Nach einem kurzen Halt im Hotel fahre ich weiter nach Peggy's Cove. Die etwa 50-minütige Route führt durch ruhige, malerische Landschaften, die schon unterwegs ein echtes Kanada-Gefühl vermitteln. 

Das Fischerdörfchen Peggy's Cove selbst ist wie aus dem Bilderbuch: bunte Häuser, kleine Boote, raue Felsen und der berühmte Leuchtturm, der sich perfekt in die Szenerie einfügt.

Im The Sou’Wester Gift & Restaurant Co. genieße ich eine leckere Lobster Roll – frisch, maritim und genau das, was man sich am Atlantik wünscht. Danach erkunde ich die Felsenlandschaft rund um den berühmten Leuchtturm Peggy's Point an der St.-Margaret's-Bucht. Obwohl viele Besucher vor Ort sind, findet man schnell ruhige Plätze, an denen man die Aussicht auf das Meer und die besondere Atmosphäre genießen kann. Auch die kleinen Cafés und bunten Holzfassaden des Dorfes geben dem Ort seinen einzigartigen Charme.

Auf der Rückfahrt setzt Regen ein, was der Stimmung aber keinen Abbruch tut – es passt sogar wunderbar zu diesem typisch maritimen Tag. Zurück in Halifax nutze ich die Zeit für einen entspannten Einkaufsbummel. Im Roots Store schaue ich mich um und finde anschließend an der Waterfront zwei schöne Souvenirläden mit tollen Kanada-Artikeln. Ein paar Mitbringsel wandern in meine Tasche, darunter ein Hummer-T-Shirt, ein gemütlicher Pulli und Postkarten. Ein Besuch im Supermarkt rundet den Abstecher perfekt ab: Die Auswahl ist riesig, und natürlich nehme ich Maple Leaf Cookies mit – ein Muss!

Zum Abendessen geht es ins stilvolle Fisherman’s Five, wo ich das „Five Fish Experience“-Gericht probiere. Jakobsmuscheln, Hummer, Heilbutt, Muscheln, Shrimps und cremiges Risotto – alles wunderbar frisch und aromatisch. Ein Genuss, der den Tag auf köstliche Weise ausklingen lässt.

Ronja auf einem Boot im Hafen von Halifax
Leuchtturm von Peggys Cove an der Ostküste Kanadas

Auf nach Cape Breton: Musik, Natur & ein spektakulärer Sonnenuntergang

Der dritte Reisetag beginnt angenehm ruhig. Nach dem Frühstück steht eine längere Fahrt in Richtung Cape Breton Island an. Der Weg dauert etwa zwei Stunden und führt durch wunderschöne, stille Landschaften: Der Trans-Canada-Highway schlängelt sich durch dichte Wälder, vorbei an kleinen Seen und immer wieder mit Blick aufs Wasser. Die Strecke ist kurvig und abseits der Ortschaften wunderbar einsam – genau die Art Roadtrip, bei der man Kanada richtig spürt. Ich bin froh, am Tag unterwegs zu sein, denn hier teilt man sich die Straße gelegentlich mit Elchen, die überraschend auftauchen können.

An einer Tankstelle mit Supermarkt lege ich einen kurzen Stopp ein, um mich für die kommenden Tage mit Snacks und Proviant einzudecken. Eine gute Gelegenheit, um nach der Fahrt kurz durchzuatmen.

Zum Mittag halte ich am Celtic Music Interpretive Centre. Hier wird täglich Livemusik gespielt – Gitarre und Fiedel, typisch schottisch und unglaublich atmosphärisch. Während ich mein Essen genieße, fühlt es sich fast an, als würde ich direkt in eine Szene aus Cape Bretons Kultur eintauchen. Die Musik macht den Ort lebendig und gibt einen Vorgeschmack auf das, was viele an dieser Region so lieben: Tradition, Natur und Gelassenheit.

Da ich gut in der Zeit bin, entscheide ich mich für einen spontanen Abstecher zur Glenora Distillery – der ersten Whisky-Brennerei Nordamerikas. Die Destillerie liegt traumhaft eingebettet zwischen Hügeln und vereinzelten Häusern, fernab vom Trubel. Ohne Anmeldung bekomme ich eine kleine Führung und erfahre spannende Details: Der erste Whisky wurde hier 1990 abgefüllt, und die Whiskywelt spricht noch heute über die frühere Auseinandersetzung mit Schottland wegen der Namensgebung. Die Anlage ist charmant, und da man hier auch übernachten kann, merke ich mir den Ort für spätere Reisen vor.

Weiter geht es nach Inverness, einem kleinen Ort an der Westküste vom  Sankt-Lorenz-Golf  mit einem der schönsten Strände der Region. Direkt dahinter liegt ein exklusiver Golfplatz, der als einer der hochwertigsten in Kanada gilt. Ich spaziere am langen Sandstrand entlang, der für seine besonders glatten Glasstücke bekannt ist – kleine Fundstücke, die vom Meer geschliffen wurden. Zurück geht es dann über einen hölzernen Walkway, der parallel zum Strand und dem Golfplatz verläuft und traumhafte Ausblicke bietet.

Zum Abendessen kehre ich im The Annex ein, das frische, lokale Küche serviert und eine angenehm ruhige Atmosphäre ausstrahlt. Ich entscheide mich für die Ravioli Gigante – eine große Ravioli in Zitronen-Butter Soße mit Parmesan und Pilzen. Die Portion wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich, schmeckt aber fantastisch und ist genau das Richtige nach einem Tag voller Eindrücke.

Am späteren Abend fahre ich weiter zum Island Sunset Resort, meiner Unterkunft für die Nacht. Die Straße wird zunehmend ruhiger, und ich bin froh, sie noch bei Tageslicht zu fahren – so lässt sich die Landschaft noch besser genießen. Die Anlage besteht aus mehreren Einheiten mit je vier kleinen Apartments, alle mit eigener Terrasse und Meerblick. Die Unterkunft ist schlicht und etwas älter, aber sauber und gemütlich. Besonders schön: Neben einer Kitchenette gibt es sogar einen Whirlpool.

Der Höhepunkt des Tages wartet jedoch draußen: Direkt am kiesigen Strand von Belle Côte erlebe ich einen atemberaubenden Sonnenuntergang. Der Himmel färbt sich tief pink und orange, die Farben spiegeln sich im Wasser, und die gesamte Küste scheint für einen Moment in leuchtendes Licht getaucht zu sein. Einer dieser Momente, die eine Reise unvergesslich machen.

Glenora Distillery in Mabou in Kanada
Roter Sonnenuntergang über Belle Cote

spektakuläre Ausblicke auf dem Skyline Trail & eine gemütliche Cabin am See

Heute genieße ich das Frühstück auf der Terrasse meiner Unterkunft, eingehüllt in eine warme Decke – ein perfekter Start in einen neuen Reisetag. Die Nacht im Island Sunset Resort war trotz der Einfachheit erholsam und die Lage unschlagbar.

Mein erstes Ziel früh am Morgen ist der Skyline Trail im Cape Breton Highlands National Park. Der frühe Start zahlt sich aus: Noch sind viele Parkplätze frei, und die Ruhe vor dem späteren Besucheransturm sorgt für eine besonders angenehme Atmosphäre.

Der Skyline Trail entpuppt sich weniger als klassische Wanderung, sondern vielmehr als ausgedehnter, gut begehbarer Spazierweg. Mit normalen Sneakern ist man hier bestens unterwegs. Abschnitte aus Kies und Holzplanken wechseln sich ab, insgesamt ist der Trail sehr gut gepflegt. Ich wähle die längere 8-km-Schleife – ein guter Tipp, da der Rückweg so kürzer und entspannter wird. Der Weg führt durch eine Mischung aus Wald und offenen Bereichen, immer wieder mit Ausblicken auf die steile Küstenlinie. Die Spuren von Wildtieren wie Elchen und Kojoten sind deutlich zu sehen, doch obwohl ich aufmerksam Ausschau halte, zeigt sich heute kein großes Tier – nur ein neugieriger Vogel begleitet mich ein Stück.

Der Höhepunkt der Tour ist die spektakuläre Aussichtsplattform Skyline Trail Lookout, die über 257 Holzstufen erreichbar ist. Von hier oben eröffnet sich ein atemberaubendes Panorama: Das Meer glitzert im Sonnenlicht, die Küste verliert sich in der Weite des Atlantiks, während sich der berühmte Cabot Trail malerisch durch den Nationalpark schlängelt. Bei strahlend blauem Himmel und rund 20 Grad ist dieser Moment einfach perfekt.

Zum Mittags-Stopp fahre ich weiter zum The Rusty Anchor Restaurant in Pleasant Bay. Die Lobster Roll hier ist ein echtes Highlight – einfach, klassisch und unglaublich gut: frisches Lobsterfleisch, serviert mit flüssiger Butter. Für mich sogar noch besser als die in Peggy’s Cove. Dazu die entspannte Atmosphäre und der Meerblick – mehr braucht es nicht.

Am Nachmittag geht es weiter auf die andere Seite der Halbinsel zur Smoky Mountains Gondola – einem Skigebiet mit 16 Pisten, das in der Wintersaison täglich zwischen 600 und 800 Skifahrer begrüßt. Stolz zeigt man mir die 16 neuen, vollautomatischen Schneekanonen, die das Gebiet modern und zukunftsfähig machen.

Im Sommer geht es hier ruhiger zu: Minigolf, ein kleiner Kiosk und ein etwa zwei Kilometer langer Weg zu einem See, auf dem man Kajak fahren kann, sorgen für ein entspanntes Freizeitangebot. Die Seelage ist traumhaft und bietet eine schöne Abwechslung zum Küsten-Feeling des Tages.

Am Abend genieße ich ein exklusives Dinner im Gondel-Restaurant – die Stimmung ist ausgelassen und eignet sich perfekt, um den kommenden Tag zu planen. Mein Burger ist solide, auch wenn mich die restlichen lokalen Gerichte an diesem Abend nicht komplett überzeugen.

Nach dem Essen beziehe ich meine neue Unterkunft – das Knotty Pine Cottage in der Kategorie Sunset Cabins. Außen wirken die zehn Cabins ein wenig renovierungsbedürftig, doch innen überrascht mich ein ganz anderes Bild: helle Farben, viel Holz, große Fensterfronten und eine eigene Terrasse mit direktem Seeblick. Ein paar charmante Schönheitsfehler erinnern daran, dass ich mich in einer rustikalen Cabin befinde. Die Ruhe am See ist herrlich – ein Ort zum Durchatmen.

Morgen wartet ein weiteres Highlight: eine Walbeobachtungstour. Der Wecker ist auf 6:00 Uhr gestellt – und ich freue mich schon jetzt.

Rundwanderweg Skyline Trail in Cape Breton Highlands National Park in Nova Scotia
Sonnenuntergang über Knotty Pine Cottages am Ingonish Beach in Kanada

Unvergessliche Walbeobachtung, traumhafte Küstenwanderung & lecker Lobster

Pünktlich um 7:30 Uhr am nächsten Morgen startet die Ingonish Whale Watching Tour auf dem Zodiac-Boot – und stellt sich als echtes Highlight der Reise heraus. Grundsätzlich lohnt sich die morgendliche Abfahrt besonders, denn mittags frischt der Wind häufig auf. Mit Westen bekleidet nehmen wir auf den Bänken Platz, und der Kapitän läßt uns zwischen zwei Routen wählen: eine kürzere Fahrt zu den Seehunden oder eine längere Strecke zu den bekannten Walgebieten. Selbstverständlich fällt die Wahl auf die Wale.

Die einstündige Fahrt hinaus aufs Meer ist traumhaft: strahlender Sonnenschein, tiefblauer Himmel und glattes Wasser. Und dann – plötzlich – sind sie da: Für 20 bis 25 Minuten befindet sich unser Boot inmitten mehrerer Walgruppen, darunter sogar Babywale. Sie tauchten immer wieder auf, kommen unglaublich nah an das Zodiac heran und bieten eindrucksvolle Momente, die man sonst nur aus Filmdokumentationen kennt. Selbst mit dem Handy gelingen großartige Aufnahmen, nachdem mein Kamera-Akku im ungünstigsten Moment den Geist aufgibt.

Der Rückweg wird etwas sportlicher – der Wind nimmt zu und die Wellen bauen sich auf. Später erfahre ich, dass die zwei Nachmittagstouren aufgrund des steigenden Wellengangs abgesagt werden. Umso glücklicher bin ich über meinen Termin am Morgen und die tollen Erlebnisse, die ich sonst nicht erlebt hätte.

Zum Mittagessen kehre ich im Main Street Restaurant in Ingonish ein. Der Smokie Burger mit Caesar Salad ist richtig lecker und genau das Richtige nach der frischen Seeluft. Typisch für diese Region: Neben Speisen gibt es in nahezu jedem Restaurant auch Lobster-Merchandise – von Tassen über Shirts bis hin zu Gläsern.

Da die Whale-Watching-Tour etwas länger gedauert hat, fällt meine Wahl für meine Nachmittagswanderung auf den Middle Head Trail, einen rund 5,5 Kilometer langen Loop auf der gleichnamigen Halbinsel. 

Die Wanderung dauert knapp zwei Stunden und ist landschaftlich ein echtes Juwel. Der Weg führt durch sattgrüne Vegetationen, vorbei an bunten Wildblumen und vom Wind geformten, kahlen Bäumen. Immer wieder öffnen sich beeindruckende Blicke auf das Meer, sodass die Wanderung eine perfekte Mischung aus ruhigem Waldpfad und offener, eindrucksvoller Küstenlandschaft ist.

Nach der Wanderung geht es weiter nach Baddeck. Dabei steht eine kleine Fährüberfahrt an, was der Strecke einen besonderen Charme verleiht.

Mein etwas in die Jahre gekommene Hotel in Baddeck liegt direkt am See und bietet schöne Ausblicke. Die Unterkunft besteht aus Fünfer-Einheiten mit gemeinsamer Terrasse und Seeblick. Leider verläuft unmittelbar davor der Trans-Kanada-Highway, wodurch es etwas lauter ist. Für eine ruhige Nacht sind daher die etwas höher gelegenen Zimmer empfehlenswert.

Zum Abendessen gehe ich ins Baddeck Lobster Supper – ein Klassiker in der Region. Die Muscheln als Vorspeise sind hervorragend, frisch und intensiv im Geschmack. Als Hauptgericht bestelle ich mir das Must-taste, wenn man hier Urlaub macht: Lobster! Ein ganzer Lobster für umgerechnet ca. 30 Euro – ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zu Europa. Perfekt für Gäste, die es unkompliziert mögen: Der Schwanz ist bereits geteilt und die Scheren vorgeknackt – so lässt sich das Fleisch spielend leicht herausnehmen. Er schmeckt sehr aromatisch nach Meer. Ein ganzer Lobster ist allerdings ganz schön mächtig – für mich am Ende doch etwas zu viel.

So geht dieser schöne Tag genussvoll mit einem wundervollem Seeblick und entspannter Atmosphäre zu Ende.

Wale hautnah am Ingonish Beach erleben
Hummer im Baddeck Lobster Restaurant

Eine Mystische Kajaktour, lebendige Geschichte & ein Abend in Sydney

Die letzte Nacht war angenehm ruhig und am Morgen gibt es ein entspanntes À-la-carte-Frühstück, bevor ich mich für einen leicht nebligen, Nieselregen-geprägten Tag bereit mache. Nach einem kurzen Fotostopp am schönen Cabot-Trail-Schild erreiche ich den Kajak-Anbieter North River Kayak Tours, der vor über 30 Jahren von dem äußerst sympathischen Angelo gegründet wurde. Der Veranstalter betreibt außerdem die Rivernest Wilderness Cabins – fünf liebevoll und kreativ gestaltete Themen-Cabins. 

Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung durch unseren Guide Daniel steigen wir in Doppel-Kajaks und losgeht der feuchtfröhliche Spaß. Die Route führt zuerst durch einen fjordähnlichen Abschnitt und anschließend hinaus in einen offeneren Bereich. Durch den leichten Nebel wirkt die Szenerie fast magisch: stille Wasserflächen, stille Wälder und ein grauer Schleier – eine wunderbar ruhige Atmosphäre. Für die drei Kilometer benötigten wir knapp 60 Minuten und zurück dank Rückenwind sogar nur 40 Minuten. Besonders faszinierend ist der Blick durch das klare Wasser auf den Meeresboden, der großflächig mit natürlich wachsenden Austern bedeckt ist.

Am Nachmittag besuche ich die historische Festung Fort Louisbourg, eines der eindrucksvollsten Freilichtmuseen im Osten Kanadas. Die in den 1730er-Jahren von Franzosen errichtete Anlage war einst einer der wichtigsten Häfen Nordamerikas. Sie wurde nach der zweiten britischen Belagerung im Jahr 1758 fast vollständig zerstört und später zu etwa 20 Prozent originalgetreu wiederaufgebaut.

Ein Shuttle bringt die Besucher vom Visitor Center direkt in die historische Stadt. Dort begegnet man in originalgetreue Kostüme gekleidete Soldaten, Mägde, Handwerker und Adlige, die die Geschichte lebendig und greifbar machen. Wer möchte, kann sogar besondere Erlebnisse buchen, wie das „Prisoner of the Day“-Programm, Kanonenschießen oder eine Übernachtung in historischen Unterkünften. Neben Restaurants, einem Café und einer Taverne gibt es auch einen schönen Souvenirshop.

Am frühen Abend erreiche ich schließlich Sydney. Die Stadt wirkt nach Geschäftsschluss um 17 Uhr bereits sehr ruhig – ein deutlicher Kontrast zum lebendigen Halifax. Ich übernachtete im modernen The Simon Hotel.

Vor dem Abendessen nutze ich die Zeit für einen kleinen Spaziergang durch die Innenstadt und zur Waterfront, wo die weltgrößte Violine als Wahrzeichen steht. Auch hier war es angenehm ruhig – perfekt, um nach einem erlebnisreichen Tag herunterzukommen.

Kayak Touren in North River unternehmen
Rundtouren über die Festung Louisbourg

 Kulturelle Begegnungen & Abschied von Nova Scotia

Der letzte Tag meiner Reise beginnt mit einem besonderen kulturellen Höhepunkt. Nachdem ich insgesamt rund 1.450 Kilometer durch das schöne Nova Scotia gefahren bin, wartet heute noch einmal ein echter Einblick in das Leben und die Traditionen der The Mi’kmaq, den in Eskasoni lebenden First Nations, auf mich.

Ich besuche die Eskasoni Cultural Journeys, das kulturelle Zentrum des größten indigenen Stammes in Nova Scotia. Rund 6.000 Mi’kmaq leben hier. Auf Goat Island wird eine geführte Wanderung auf einem 2,4 Kilometer langen Rundweg angeboten. An mehreren Stationen wird die Kultur und Geschichte der Mi’kmaq anschaulich erklärt: Die traditionelle Lebensweise, Geschichten, Handwerk, Musik und die besondere Verbindung zur Natur. Der Weg führt einmal um einen See herum und ist dadurch etwas länger als gedacht, aber die wunderschönen Ausblicke machen das problemlos wett. Vor allem aber bleibt ein Gefühl echter Begegnung – respektvoll, nahbar und sehr inspirierend.

Nach dem Rundgang genieße ich ein kleines Picknick im Battery Provincial Park, einer malerischen Grünfläche direkt am Wasser. Ein echter Geheimtipp für Kanada-Reisende: Über die Website von Parks Canada kann man bei ausgewählten Restaurants und Orten Picknick-Pakete vorbestellen – das spart Zeit und macht die Planung unterwegs sehr flexibel. Die ruhige Lage und der Blick auf das Wasser bieten den perfekten Abschluss der kulturellen Erlebnisse.

Die verbleibende Zeit nutze ich noch für ein paar Souvenir-Einkäufe und fahre dann zum Flughafen.

Die Rückgabe des Mietwagens am Flughafen könnte einfacher kaum sein: ins Parkhaus fahren, Fahrzeug abstellen, kurz Bescheid geben – fertig. Ein sehr entspanntes Ende eines langen Roadtrips.

Der Rückflug nach Hause dauert rund fünfeinhalb Stunden. Damit endet meine Reise durch Nova Scotia – voller beeindruckender Naturmomente, kultureller Begegnungen und herzlicher Gastfreundschaft.

Ein Ziel, das ich jederzeit wieder besuchen würde – und das jeder Kanada-Fan unbedingt erleben sollte.

Leuchtturm im Battery Provincial Park in Nova Scotia
Hummer Statue des Projekts "Paint the Town Red" am Flughafen von Halifax

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