Kleiner Hafen in Trinity an der Trinity Bay

Einmal quer durch Neufundland und zurück

CANUSA unterwegs: Sarinas Rundreise entlang Kanadas malerischer Atlantikküste

Eine große Neufundland-Rundreise steht schon lange auf meiner Reisewunschliste und jetzt geht’s endlich los! Mein Name ist Sarina Keil, ich bin Head of Product im Produktmanagement von CANUSA in Hamburg und nehme Sie gern mit auf eine 2,5-wöchige Reise an Kanadas maritime und wunderschöne Atlantikküste – viele Tipps inklusive!

Gut zu wissen: Die östlichste Provinz von Kanada heißt Neufundland & Labrador, denn sie besteht aus zwei Teilen: Neufundland ist die Insel und Labrador liegt auf dem kanadischen Festland.

Die Route durch Neufundland
CANUSA Mitarbeiterein Sarina Keil
Der Western Brook Pond liegt im Gros Morne National Park, entsprechend verlangt Parks Canada eine Eintrittsgebühr. Wir haben uns einen Discovery Pass gekauft und hängen diesen in unserem Mietwagen einfach sichtbar an den Rückspiegel. Nationalpark-Mitarbeiter kontrollieren die Nachweise bei parkenden Fahrzeugen regelmäßig.
Sarina Keil

Head of Product bei CANUSA in Hamburg 

Aufbruch ins Ungewisse und Ankunft in St. John's

Wenn der Flughafenmitarbeiter am Check-in bei der Gepäckabgabe viel Glück wünscht, dass dein Koffer auch wirklich ankommt - dann weißt du, dass das nächste Abenteuer wartet!

Mit zwei Zwischenstopps fliegen wir von Hamburg nach St. John's, der Provinzhauptstadt von Neufundland. Nach mehreren Sicherheitskontrollen, einigen Stunden Warte- und ca. 8 Stunden Flugzeit betreten wir in Halifax kanadischen Boden. Die Einreise läuft schnell und unproblematisch. An einem Terminal müssen wir unsere Reisepässe einscannen und ein paar Fragen beantworten. Wie erleichtert sind wir, als unsere Koffer auf dem Gepäckband angefahren kommen! Einen kurzen Flug später landen wir endlich am Zielort und sind nach der Mietwagenübernahme froh, im hippen und zentral gelegenen DoubleTree by Hilton St. John's Harbourview ins Bett zu fallen! Das moderne Hotel der Hilton-Hotelkette liegt direkt am Hafen von St. John's. 

Herzlich willkommen also in Neufundland! Wir beginnen unseren ersten Tag mit einem richtig leckeren Blueberry Lemon Triangle im etwas alternativen The Battery Café. Zu Fuß geht es weiter ins Stadtzentrum. Mein Highlight hier sind die zahlreichen, knallbunten und häufig unter Denkmalschutz stehenden Reihenhäuser, besser bekannt als „Jelly Bean Rows“ (nach den farbenfrohen Geleesüßigkeiten).  

Das für mich absolut schönste Viertel von St. John's ist Quidi Vidi, etwa 3 Kilometer von Downtown entfernt. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die ans Wasser gebauten Holzhäuser und die Fischerboote sind hübsch anzugucken. Unbestritten zieht es die meisten Besucher in die Quidi Vidi Brewery, deren Bier mit Eisberg-Wasser gebraut und in kristallblaue Glasflaschen abgefüllt wird.

Wer einen Aussichtspunkt mit Blick auf den Atlantik sowie den Hafen und die Innenstadt von St. John's sucht, für den ist ein Stopp am Signal Hill absolute Pflicht. Für diejenigen, die die etwa 2 Kilometer bis auf den Berg nicht laufen möchten, gibt es oben Parkplätze. Bei strahlendem Sonnenschein und mit einer frischen Brise im Gesicht genießen wir die Aussicht von hier oben.

Danach bummeln wir die George und Water Street entlang und entdecken nicht nur individuelle Geschäfte, sondern auch eine überzeugende Gastroszene. Überall sind die irischen Einflüsse spürbar: Pubs und Livemusik locken hier ins bunte Nachtleben. Wir kehren im The Celtic Hearth Restaurant & Pub ein und lassen uns die ersten Fish & Chips mit einem Eisbergbier schmecken!

Interessante Jellybean Row Häuser in St. John von Neufundland
The Battery in St. John entdecken

Ausflug zu den Papageientauchern

Die Nacht war echt kurz, doch ich freue mich auf den heutigen Tag, der mich mit dem Geräusch von Schiffsverkehr und Möwengeschrei begrüßt. Noch schnell einen Coffee To Go in der Hotellobby geholt und schon geht es los nach Bay Bulls im Witless Bay Ecological Reserve, etwa 30 Fahrminuten südlich von St. John’s. Hier startet unser Ausflugsboot ins nahe Naturschutzgebiet an der Küste, wo in den Sommermonaten Millionen von Vögeln nisten, darunter Tölpel, Möwen und Sturmvögel. Die heimlichen Stars unter ihnen sind die Puffins, besser bekannt als Papageientaucher. Über 250.000 Puffin-Paare bringen hier zwischen Mai und September ihre Jungen zur Welt und ziehen sie groß, bis es wieder zurück aufs Meer geht. Es ist schon ein beeindruckendes Schauspiel, die kleinen, aber flinken Tiere zu beobachten, wie sie eifrig Fische jagen und dann in ihren Höhlen verschwinden, um den Nachwuchs zu versorgen. Wir haben das Glück, während unserer Bootstour auch noch mehrere Weißkopfseeadler und riesige Mondfische zu sehen!

Auf dem Rückweg ist es Zeit für eine kleine Stärkung und wir entscheiden uns für eine Mittagspause im Chafe's Landing in Petty Harbour. Wir haben uns in diesem familiengeführten Restaurant mit netter Bedienung, schöner Terrasse und einer großen Auswahl an Gerichten sehr wohlgefühlt. Das meist bestellte Essen ist – wie sollte es so nah am Meer auch anders sein – Fish & Chips. Wer mag, kann auch Elchfleisch bestellen. 

Petty Harbour ist ein pittoresker, kleiner Fischerort und auch, wenn man keinen Hunger hat, einen Abstecher wert! Die Häuser leuchten in verschiedenen Farben, von sonnengelb über himmelblau bis feuerrot, und bilden einen schönen Kontrast zu den weißen Fischerbooten im Hafen. Ein Teil des Fangs wird von den Fischern schon direkt im Hafen ausgenommen – ein Fest für die Möwen, die sich über die Reste freuen.

Seltene Papageientaucher mit Gatherall Puffin sichten
Idyllischer Hafen von Petty Harbour

Vom östlichsten Punkt Kanadas geht's los mit der Rundreise

Nirgends in Kanada kann man Europa so nah sein wie hier, am Cape Spear. Auch, wenn uns noch 10 Fahrminuten zuvor allerbestes Wetter mit strahlend blauem Himmel empfing, finden wir das Kap mit seinen steil abfallenden Klippen nebelumhüllt vor – ein anscheinend häufiges Phänomen. Der Nebel verleiht dem Ort eine ganz besondere, etwas mystische Stimmung.

Etwa 100 Meter über dem Meer liegt der älteste noch in Betrieb befindliche Leuchtturm Nordamerikas. Nicht weit davon entfernt steht das ehemalige Wohnhaus des Leuchtturmwächters und seiner Familie, in dem früher bis zu 20 Personen gewohnt haben und das heute als Museum veranschaulicht, dass die Anlage früher zum Schutz des Hafens von St. John diente.

Tipp: Das Cape Spear ist eine National Historic Site – hier kann sich der Kauf eines Discovery Passes bei mehreren Besuchen von National Parks und National Historic Sites lohnen.

Einsteigen und los geht's: Heute startet unsere Neufundland-Mietwagen-Rundreise so richtig! Nur etwa 45 Fahrminuten südwestlich von St. John's liegt unser erster Stopp: Der Salmonier Nature Park, ein über 1000 Hektar großes Naturschutzgebiet. Der hübsch angelegte Rundwanderweg, der hauptsächlich über Holzstege führt, ist etwa 3 Kilometer lang und führt an verschiedenen Wildtiergehegen vorbei. Hier leben Karibus, Füchse, Weißkopfseeadler, Biber, Luchse, Elche und vieles mehr, allesamt in der Provinz Neufundland & Labrador heimische Arten. 

In einem kleinen Örtchen legen wir danach eine Lunchpause ein: „Dildo“ heißt es auf dem Ortsschild. Ja, dieser Ort heißt wirklich so. Die Ortschaft ist besonders durch den US-amerikanischen Comedian Jimmy Kimmel bekannt geworden, der nach Berichten in seiner Fernsehshow sogar zum ehrenamtlichen Bürgermeister ernannt worden ist! Im Osten von Neufundland gibt es übrigens viele Ortschaften mit besonderen Namen wie zum Beispiel Heart's Desire, Come by Chance oder auch Happy Adventure.

Der Cape Spear Leuchtturm im Nebel
Kleiner Hafen in Trinity an der Trinity Bay

Whalewatching vor der Küste der Bonavista Halbinsel

Unser heutiges Tagesziel ist Trinity, ein 300-Seelen-Örtchen auf der Bonavista Peninsula, das als das schönste historische Fischerdorf der Region gilt. Noch im 18. Jahrhundert war es eine geschäftige Hafenstadt. Bei einem Bummel durch den Ort bekommt man das Gefühl, in frühere Zeiten zurückversetzt zu werden. Viele von Trinitys Gebäude stehen unter Denkmalschutz, so auch das Wahrzeichen der Stadt: die weiß-rot angestrichene Holzkirche St. Paul’s Anglican Church aus dem Jahr 1892. 

Wir übernachten in einem der alten, als Bed & Breakfast umgebauten Häuser mitten im Ort und starten den nächsten Tag mit Skipper Bob, unserem Guide für die geplante Walbeobachtungstour. Er erzählt uns, welche Meerestiere in den fischreichen Gewässern vor Trinity heimisch sind: Neben den Stars unter den Walen, die Buckelwale, die bevorzugt im Sommer zum Satt-Essen hierherkommen, stehen die Chancen ebenfalls sehr gut, Finn- und Minkwale zu sehen. Seltener, aber nicht unmöglich sind Begegnung mit Blauwalen, den größten Meeressäugetieren der Welt, und Orcas.

Nachdem wir die orangen Ganzkörperanzüge, die nicht nur vor Wind und Wetter schützen, sondern auch eine integrierte Rettungsweste besitzen, angezogen haben, geht's ins Zodiac. Mit 5 Personen sind wir heute eine kleine Gruppe, auf das Boot passen bis zu 14 Personen. Wir haben kaum den Hafen verlassen, da sichten wir einen ausgewachsenen Weißkopfseeadler auf einem Felsen. Was für ein schönes Tier! Danach beginnt die Suche nach Walen. Unser Skipper scannt den Horizont mithilfe eines Fernglases ab, doch leider sind keine Wale in Sicht, es ist schon zu spät im Jahr. Der beste Zeitraum, die Riesen der Meere vor Trinity zu sichten, ist von Ende Juni bis Ende August. Immerhin die flinken Puffins zeigen sich, zum zweiten Mal auf unserer Reise. Wir setzen unsere Fahrt fort und plötzlich: Neben unserem Boot tauchen doch noch zwei Minkwale auf – wow! Fast zum Greifen nah, nur zum Fotografieren sind sie zu schnell. Sie tauchen noch ein paar Mal auf, bevor sie im Meer verschwinden und ihren Weg fortsetzen. Mein Highlight kommt aber noch: Für einen kurzen Moment darf ich das Zodiac fahren, gebe es dann aber doch schnell wieder in die Hände vom erfahrenen Skipper Bob.

Straße an der südlichen Avalon Penisula bei Portugal Cove South
Walbeobachtungen auf einer Whale Watching Cruise mit Trinity Eco Tours erleben

Twillingate Island: Ein kleines Küstenparadies mit schönen Wanderwegen

Unser nächster Zwischenstopp ist der gut besuchte Ort Twillingate auf der gleichnamigen Insel, die durch eine Brücke mit dem Festland verbunden ist. Hier lassen sich in den Sommermonaten sehr gut Wale beobachten und früher im Jahr vorbeitreibende Eisberge bestaunen. Auch darüber hinaus gibt es viel zu entdecken und zu erleben – von Leuchttürmen, sehenswerten Museen bis hin zu Bootstouren. Zu meinen Highlights zählten:

Knapp 4 Kilometer lang ist einer der wohl schönsten Wanderwege der Region, der Top of Twillingate. Entlang des Weges befinden sich ein kleiner See, vier Aussichtsplattformen und auf der höchsten Erhebung von Twillingate Island ein kleiner Holzturm – für eine noch bessere Aussicht auf die umliegenden Wälder und das Meer. Die Wanderung ist an einem schönen Tag mit klarer Sicht eine absolute Empfehlung! Mein schönster Punkt entlang der Route ist der Lookout #3, hier kann man einen Stopp einlegen, das wundervolle Panorama genießen und das mitgebrachte Picknick verzehren.

Bei strahlendem Sonnenschein machen wir noch einen Abstecher zum Long Point Lighthouse in Crow Head. Es gibt einige Aussichtsplattformen mit einer fantastischen Aussicht auf den Atlantik, auch Wanderwege starten hier. Am besten bringt man ein Fernglas mit und hält Ausschau nach Walen! Im Frühsommer ist es auch ein toller Spot, um die hier in der „Iceberg Alley“ vorbeiziehenden Eisberge zu beobachten. 

Der French Beach Trail ist ein weiterer schöner Wanderweg auf Twillingate Island. Wir kosten bei einem Spaziergang am späten Nachmittag die letzten Sonnenstrahlen dieses traumhaften Tages aus! An der Küste entlang befinden sich schöne Strände – perfekt, um nach dem ein oder anderen gut erhaltenen Sanddollar Ausschau zu halten. Der Blick auf das Meer und auf die gegenüberliegende Landzunge mit ihren vielen Booten und den kleinen, bunten Häuschen ist einfach malerisch. An diesem Fleckchen Erde fällt es leicht, einmal tief durchzuatmen und den stressigen Alltag zu vergessen.

Sarina Keil steht vor dem Twillingate Sign
Die Küste der kleinen Stadt Twillingate auf Neufundland

Unterwegs auf dem Viking Trail: Zu Gast bei den Wikingern

Mit etwas Bedauern lassen wir Twillingate hinter uns und folgen dem Trans-Canada-Highway weiter bis nach Springdale, wo wir von einer tollen Unterkunft mitten in der Natur überrascht werden. Eigentlich nur als Unterbrechung der langen Fahrtstrecke geplant, fühlen wir uns für diese Nacht im Riverwood Inn ungemein wohl und können in der Abenddämmerung von unserem Zimmerbalkon aus sogar eine Biberfamilie beim Herumtollen beobachten. 

Über den Viking Trail, wie sich der Highway 430 zwischen Deer Lake und St. Anthony’s nahe der Wikingersiedlung L’Anse aux Meadows nennt, geht’s für uns am nächsten Tag Richtung Norden. Die Fahrt führt oft direkt an der Küstenlinie entlang, immer wieder bieten sich dabei tolle Blicke auf den Sankt-Lorenz-Golf. Hier unbedingt einen Fotostopp im insgesamt 13 Hektar großen The Arches Provincial Park einlegen! Die Hauptattraktion und gleichzeitig auch Namensgeber des Provinzparks sind am Strand gelegene Felsformationen mit drei natürlichen Felsbögen. Picknicktische laden außerdem zum Verweilen ein.

Unser nächstes Ziel ist die National Historic Site L'Anse aux Meadows – die erste Wikingersiedlung Nordamerikas und für Geschichtsinteressierte ein absolutes Muss! Hier hat der Grönländer Leif Eiriksson und eine Gruppe von 60 bis 90 Wikingern als erste Europäer den Kontinent für sich entdeckt – etwa 500 Jahre vor Christoph Kolumbus. Sie ließen sich nieder und bauten Grassodenhäuser sowie Werkzeuge, bevor sie nach ein paar Jahrzehnten der Siedlung wieder den Rücken kehrten. 

L'Anse aux Meadows besteht aus einer Ausstellung mit Infotafeln und Artefakten sowie der gut angelegten Ausgrabungsstätte, die als erste kanadische Stätte von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet wurde und heute ein Freilichtmuseum ist. Als Wikinger gekleidete Personen gehen beispielsweise handwerklichen Tätigkeiten nach und kommen dabei mit Besuchern ins Gespräch. Auch ist ein Schiffsnachbau zu sehen. Mit einem Discovery Pass von Parks Canada ist der Eintritt kostenfrei.

Beeindruckender Ausblick auf den The Arches Provincial Park
Wikinger-Denkmal L'Anse Aux Meadows National Historic Site

Wo sich Fuchs und Mensch Gute Nacht sagen: Quirpon Island

Wer Quirpon Island besuchen möchte, sollte etwas Abenteuergeist mitbringen! Die kleine Insel ganz im Norden Neufundlands ist nur über den Wasserweg erreichbar. Als wir im Hafen von Quirpon in ein kleines Zodiac-Schlauchboot steigen, ist das Meer aufgewühlt und uns spritzt auf der Fahrt immer wieder Wasser entgegen. Ein paar Delfine begleiteten uns eine Weile. Nach knapp einer halben Stunde kommen wir etwas nass, aber sicher am Anleger der Insel an. Wir fragen Kapitän Ed zum Abschied, wie er den Wellengang heute im Vergleich zu anderen Tagen einschätzt und er antwortet nüchtern mit einer 3 von 10. Wir hätten der Überfahrt mindestens eine 9 gegeben.

Auf der Insel sind wir in einem Nebengebäude des Quirpon Lighthouse Inn untergebracht. Hier gibt es neben einem Aufenthaltsraum mit gemütlichen Sofas, Brettspielen und Büchern noch 5 weitere einfach und zweckmäßig ausgestattete Zimmer. Das Hauptgebäude, in dem das Essen serviert wird, ist nur einige Meter entfernt und war früher der Wohnraum des Leuchtturmwächters und seines Assistenten sowie deren Familien.

Auf dem Weg zum Abendessen staunen wir nicht schlecht, als plötzlich ein kleiner Fuchs vor uns steht – wenig später ein zweiter. Die auf der Insel geborenen Füchse werden hier liebevoll „Foxi“ genannt und wir sind beeindruckt, sie so nah in freier Natur zu sehen. Ein ganz besonderer Moment!

Danach freuen wir uns über ein frisch gekochtes und Neufundland-typisches Abendessen: Kabeljau. Alle essen gemeinsam an einem langen, liebevoll gedeckten Tisch und wir kommen schnell mit den anderen Gästen ins Gespräch. Wir fühlen uns sehr wohl in dieser geselligen Runde, tauschen uns über unsere Reiseerfahrungen aus und erzählen von zu Hause.

Wie alle anderen Besucher der Insel genießen wir, dass es hier weder Fernseher, Telefon noch WiFi gibt. Genau das Richtige, um mit einem guten Buch und einer Tasse Tee in einem der gemütlichen Sessel mal so richtig zu entschleunigen. Eine ältere Dame am Tisch sagt weise: „You know, we all have time but we spend it differently.“ Wie recht sie damit hat! Gut, dass es noch solche Orte auf der Welt gibt, die daran erinnern, dass wir selbst Herrscher über unsere Zeit sind.  

Wir erkunden die Insel an einem nebligen Septembertag, was ihr noch etwas mehr mystischen Charme verleiht und viele tolle Fotomotive bietet. Gut mit Wanderschuhen und Mütze ausgestattet trotzen wir dem Wetter und genießen unsere zweistündige Wanderung, ohne einer anderen Person zu begegnen. Die Insel bietet dafür tolle Möglichkeiten, aber je nach Saison lohnt es sich auch, aufmerksam das Meer zu beobachten: Eisberge ziehen hier im Frühsommer vorbei und Wale werden auch regelmäßig gesichtet. In klaren Herbstnächten stehen zudem die Chancen gut, am Himmel die grün schimmernden Nordlichter zu sehen. 

Sarina Keil hält einen beeindruckenden Walknochen auf Quirpon Island
Füchse in freier Wildbahn auf Quirpon Island erleben

Zu Besuch im großartigen Gros Morne National Park

Zurück führt uns die Fahrt wieder über den Viking Trail, unser nächstes Ziel: der Gros Morne National Park. Von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt, fiebern wir diesem Besuch schon lange entgegen – und werden in unseren Erwartungen sogar noch übertroffen! Begeistert von der abwechslungsreichen Landschaft und vielfältigen Tierwelt bleiben wir mehrere Tage und erleben zahlreiche Highlights

  • Leuchttürme: Hier lohnt sich die wunderschöne Wanderung auf dem Cow Head Lighthouse Trail durch moosbewachsene Wälder und der Besuch des pittoresken Lobster Cove Head Lighthouse unweit vom Örtchen Rocky Harbour!
  • Wasserfall: Eine kurze Wanderung mit tollem Ausblick am Ende ist die zu den 40 Metern in die Tiefe stürzenden Southeast Brook Falls.
  • Ausstellung: Absolut sehenswert und einen Besuch wert ist das Discovery Center in Woody Point, in dem die geologische Bedeutung und Entstehungsgeschichte des Nationalparks, insbesondere der Tablelands, anschaulich erklärt und gezeigt wird. In dem kleinen Ort gibt es ebenfalls ein sehr empfehlenswertes, familiengeführtes Restaurant mit leckeren Fischgerichten: The Old Loft Restaurant.
  • Strand: Der für Geologen weltberühmte Strandabschnitt Green Point erzählt Geschichte, denn vor über 500 Millionen Jahren waren die heute zugänglichen Gesteinsformationen am Grund des Ozeans zu finden. Den Ausblick auf das Meer haben wir von den in ganz Kanada verteilten, roten Stühlen genossen.
  • Trails: Neben der lohnenswerten Wanderung auf dem Burns Hill Trail in Norris Point (im Ort auch nicht den traumhaften Aussichtspunkt am Jenniex Heritage House verpassen!) mit wundervollem Blick auf die Bonne Bay, hat uns auch besonders der Tablelands Trail beeindruckt. Die Tablelands sind wohl eine der bizarrsten Landschaften in ganz Neufundland. Wir nehmen an einer kostenlosen, geführten Wanderung teil und fühlen uns in eine ganz andere Welt versetzt. Wer sich für die Geologie des Parks interessiert, für den ist die insgesamt 4 Kilometer lange und als leicht bis moderat eingestufte Tour Pflicht. Dieser Trail gefällt uns so gut, dass wir ihn am nächsten Morgen bei besserem Wetter noch einmal laufen – an dieser Landschaft, die einer kargen, orange schimmernden Mondebene gleicht, kann man sich kaum satt sehen!
  • Bootstour: Der Western Brook war vor langer Zeit mal ein Fjord, ist aber inzwischen nur noch über ein Flüsschen mit dem Meer verbunden und daher eigentlich ein See. Er ist völlig zu Recht eine der beliebtesten Ausflugsziele im Gros Morne National Park – einfach nur wow und eine absolute Empfehlung! An einem traumhaften Septembertag mit strahlend blauem Himmel laufen wir die 3 Kilometer durch weite Moorflächen und Wälder vom Parkplatz zum Bootsableger. Es lohnt sich, Ausschau nach Elchen zu halten, die hier regelmäßig gesichtet werden. Die etwa zweistündige Bootsfahrt auf dem ruhigen Gewässer ist spektakulär: Bis zu 600 Meter hohe Felsen, die von Gletschern so geformt worden sind, ragen links und rechts hervor und bilden eine einzigartige Kulisse. Ein absolutes Postkartenmotiv, wie ich finde! 
Western Brook Pond Bootstour im Gros Morne National Park unternehmen
Sarina Keil auf der Western Brook Pond Bootstour im Gros Morne National Park

Ziplinen vom Marble Mountain und Ausflug in den Terra Nova National Park

Hätten Sie gewusst, dass es in Neufundlands Westküste ein Skigebiet gibt? Von Dezember bis März können Ski- und Snowboardfreunde hier die Pisten des 488 Meter hohen Marble Mountain unsicher machen. Von Schnee ist heute, an einem schönen Septembertag, noch nichts zu sehen, aber wir statten dem Marble Mountain Resort im Humber Valley, nur etwa 10 km nordöstlich von unserer Übernachtung in Corner Brook, dennoch einen Besuch ab! Warum? Wir wollen Ziplinen! Nachdem wir an der Talstation ausgestattet worden sind und eine Sicherheitseinweisung bekommen haben, geht's mit einem Jeep auf den Berg. Mit insgesamt 9 Ziplines werden wir uns den Weg im Zickzack-Muster von Plattform zu Plattform zurück ins Tal bahnen – Adrenalinkick inklusive! Während wir gefühlt von der einen zur anderen Seite fliegen, bietet sich ein atemberaubender Blick auf die Steady Brook Falls und das kleine Tal, durch die sich das Wasser schlängelt. Etwas Mut gehört dazu, es bringt aber mindestens genauso viel Spaß! 

Unser nächster Stopp gilt dem 400 km² großen Terra Nova National Park im Osten Neufundlands, wo uns Wälder, Seen und Sümpfe, aber auch immer wieder Ausblicke auf Meeresarme des Atlantiks erwarten. Es lohnt sich außerdem, immer die Augen nach Elchen, Schwarzbären, Füchsen, Weißkopfseeadlern und Bibern offenzuhalten, die hier heimisch sind.

Zwei Aussichtspunkte sind empfehlenswert: der Blue Hill Viewpoint, welcher unweit des nördlichen Parkeingangs liegt, und der Ochre Hill Viewpoint, der dem Besucher durch einen Aussichtsturm einen grandiosen Rundumblick ermöglicht. An einem sonnigen Tag ist der Sandy Pond ein schönes Ausflugsziel, besonders für Familien mit Kindern. Ein Spazierweg führt um den kleinen See und der teilweise sandige Strand bietet Erholung. Perfekt für eine kleine Wanderung geeinigt ist der Salmon River Walking Trail, welcher sich direkt am Südeingang des Nationalparks befindet. 

Kajakfahren im Terra Nova National Park
Schöne Aussicht vom Blue Hill Viewpoint im Terra Nova National Park

Unterwegs auf der Avalon Peninsula

Unsere Reise neigt sich langsam dem Ende zu und wir fahren auf dem Trans-Canada-Highway wieder zurück Richtung St. John's, biegen dann vorher aber zur Avalon Peninsula ab. Wir überzeugen uns davon, dass die Halbinsel mit ihren malerischen Fischerdörfern und zahlreichen Vogelschutzgebieten zu den schönsten Regionen der Provinz zählt.

Was viele Besucher an die Südspitze von Neufundland bringt, ist zweifelsohne das Mistaken Point Ecological Reserve. Den Namen „Mistaken Point“ bekam die Gegend aufgrund des häufig dichten Nebels, der über Jahre dafür gesorgt hat, dass viele Schiffe ihre Orientierung verloren haben. In diesem Schutzgebiet wurden 575 Millionen alte Meeresfossilien gefunden – die ältesten weltweit! Die Fossilien können sich Besucher aus Sicherheitsgründen nur im Rahmen einer geführten, mehrstündigen Wanderung mit einem fachkundigen Guide anschauen. 

Im Örtchen Portugal Cove South führt eine kleine Küstenstraße, die schon bald nicht mehr befestigt ist, Richtung Cape Race. Um einen kleinen Eindruck von der Südküste zu bekommen, fahren wir bis zum Startpunkt des Freshwater Cove Trails und laufen ein Stück mitten durch die Natur. Wir treffen keine Menschenseele, genießen die Ruhe und die vermutlich letzten Sonnenstrahlen im Herbst.

Auf dem Rückweg nach St. John's, von wo aus wir wieder die Heimreise antreten, halten wir noch in Ferryland. Hier haben Europäer 1621 eine der ersten Siedlungen in Nordamerika gegründet und die Artefakte aus dieser Zeit können im Historic Ferryland Museum besichtigt werden. Sehenswert ist auch der Leuchtturm. Tipp: Der Anbieter Lighthouse Picnics organisiert ein Picknick, das Besucher auf einer Wiese mit Blick auf den Leuchtturm und das Meer genießen können. Unbedingt rechtzeitig reservieren!

Straße an der südlichen Avalon Penisula bei Portugal Cove South
Die Küste von Ferryland in Neufundland

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