Sabrina beim Summit Lake Campground
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Rundreise durch den Yukon und den Norden British Columbias

CANUSA unterwegs: Sabrina und ihr Mann erleben endlose Highways, wilde Natur und stille Momente im hohen Norden Kanadas

Schon im Jahr 2019 hatte ich das Glück, die unglaubliche Schönheit des Yukons auf einer Reise zu erleben. Nun habe ich die Gelegenheit, meinem Mann diese faszinierende Region ebenfalls nahezubringen und zusätzlich auch noch den Norden von British Columbia zu entdecken. Mit dem Mietwagen sind wir zwei Wochen von Whitehorse über Stewart, Prince Rupert und Dawson Creek unterwegs und freuen uns schon auf viele Abenteuer und hoffentlich viele Wildlife-Sichtungen.

Sabrina Ebel
„Oben angekommen, erwartet uns das zweite große Highlight des Tages: Der Blick öffnet sich weit über das Tal und den Salmon Glacier – ein Moment, der uns lange innehalten lässt. Einfach atemberaubend!“
Sabrina Ebel

Head of Marketing bei CANUSA in Hamburg

Sabrinas Reise in Northern BC und Yukon

Endlich wieder im Yukon

Wir fliegen mit Condor von Hamburg nach Frankfurt, dann nach Edmonton und schließlich zum finalen Ziel Whitehorse im Yukon. Am Flughafen in Whitehorse holen wir unseren Mietwagen ab und starten direkt unsere Rundreise. Wir übernachten die ersten beiden Nächte im Southern Lakes Resort in Tagish und haben somit noch etwa 1,5 Stunden Fahrt vor uns.

In Tagish angekommen, beziehen wir unsere Cabin mit Seeblick und gönnen uns zur Stärkung eine leckere Portion Poutine (eine in Kanada sehr populäre Fast-Food-Spezialität bestehend aus knusprigen Pommes, Bratensoße und geschmolzenem Käse). Danach fallen wir müde, aber zufrieden ins Bett – nach 24 Stunden ohne Schlaf brauchen wir die wohlverdiente Ruhepause.

Unsere Cabin ist rustikal und gemütlich eingerichtet und auch das Essen schmeckt einfach hervorragend. Wir sind uns jetzt schon sicher, dass diese Unterkunft auf unserer Highlight-Liste landen wird – wir würden am liebsten direkt hierbleiben.

Der nächste Morgen beginnt für uns aufgrund des Jetlags recht früh. Wir nutzen die Gelegenheit und machen es uns mit Kaffee und unseren Kameras auf unserer Veranda bequem und genießen die Ruhe und die schöne Stimmung im Morgenlicht. Es ist fast vollkommen still – nur das Wasser und der Wind sind zu hören. Vor dem Frühstück spazieren wir noch etwas über das Gelände des Resorts und stärken uns dann beim großen Frühstücksbuffet.

Southern Lakes Resort Standard Cabin inmitten der idyllischen Natur Yukons
Kaffeezeit in der Cabin

Spannende Naturphänomene und der älteste Store Yukons

Gut gestärkt und bei herrlichem Sonnenschein beginnen wir anschließend den Yukon zu erkunden. Auf unserer heutigen Route stehen der Miles Canyon, der Emerald Lake, der Carcross Desert sowie das Dörfchen Carcross selbst – ein Tag voller einzigartiger Fotomotive! 

Der Miles Canyon ist eine Gesteinsformation, die vor Millionen von Jahren durch einen Lavafluss entstanden ist. Wir erkunden den Canyon auf einer kleinen Wanderung und sind von den Basaltfelsen und der türkisen Farbe des Wassers beeindruckt. Vor Ort ist alles bestens ausgeschildert, sodass man sich nicht verirren kann.

Auch der nächste Stop unserer Route sticht durch die ungewöhnliche Farbe des Wassers hervor: der Emerald Lake. Der auffällige blaue Schimmer des Wassers entsteht durch Gesteinserosionen aus dem umliegenden Gebirge, welche als Sedimente nun am Grund des Sees liegen und vom Sonnenlicht reflektiert werden. 

Fast direkt „nebenan“ liegt der Carcross Desert, die kleinste Wüste der Welt, die durch Ablagerungen aus der Eiszeit entstanden ist. Total verrückt, mit einem Mal plötzlich in einer „Wüste“ zu stehen! Es handelt sich hier natürlich nicht um eine echte Wüste, sondern eher um Sanddünen. Dennoch ein Naturphänomen, das aus meiner Sicht ein Must-see auf jeder Yukon-Rundreise ist.

In Carcross darf auch ein Besuch des berühmten Matthew Watson General Store nicht fehlen. Der Laden zählt zu den ältesten Yukons und das hier angebotene Eis schmeckt einfach hervorragend. Selbstverständlich holen wir uns auch eine Portion und schlendern genüsslich schleckend durch den Ort, in dem es eine große Auswahl an Geschäften mit indigener Kunst zu entdecken gibt. Danach entspannen wir uns am angrenzenden Bennett Lake. 

Mit vielen tollen Fotos auf der Speicherkarte machen wir uns schließlich wieder auf den Rückweg zum Southern Lakes Resort.

Nach diesem ersten ereignisvollen Tag freuen wir uns auf unser Abendessen. Da das Resort von Schweizern geführt wird, steht auf der Speisekarte ein spannender Mix aus Gerichten, die sowohl kanadische als auch deutsche, österreichische sowie schweizerische Einflüsse haben. Wir genießen unser Schnitzel mit einem Glas Wein und dem Blick auf den See und lassen unseren Tag entspannt ausklingen.

Blick auf den wunderschönen Emerald Lake im Yukon
Faszinierende Wüstenlandschaft in Yukon

Unterwegs auf dem Stewart-Cassiar Highway

Am zweiten Tag geht es für uns in den Norden British Columbias und wir sind schon gespannt, was uns erwartet. Unser heutiges Ziel ist die Artic Divide Lodge in Dease Lake – wir haben also einige Kilometer vor uns und starten daher direkt nach dem Frühstück. 

Nach rund 4,5-stündiger Fahrt verlassen wir den Yukon und fahren auf dem Stewart-Cassiar Highway in British Columbia weiter. Der Highway gilt als eine der einsamsten Straßen Kanadas und das können wir auch bestätigen. Die Landschaft wirkt beinahe unberührt – und wir sind mittendrin. Wir genießen die Ruhe und die Schönheit der Umgebung und werden unterwegs mit der Sichtung unseres ersten Bären überrascht. Der Bär ist alleine und seelenruhig am Straßenrand unterwegs und lässt sich durch nichts und niemanden aus der Ruhe bringen. Wir halten mit gebührendem Abstand an und können aus dem Auto viele schöne Fotos und Videos machen und den Bär beim Fressen beobachten. 

Zwischendurch halten wir auch noch am Boya Lake Provincial Park an. Ein Stopp, der sich definitiv lohnt und den ich für Wohnmobil-Reisende sehr gut empfehlen kann. Es gibt hier zahlreiche Stellplätze mit Picknick-Tischen direkt am See und die Möglichkeit zum Baden. Wir nutzen die Pause und vertreten uns etwas die Beine auf einem Rundweg um den See und sind von der Natur wirklich beeindruckt.

Nach rund 614 Kilometern erreichen wir schließlich das kleine Örtchen Dease Lake. Die Gemeinde liegt im traditionellen Territorium der Tahltan First Nation und ist bis heute eng mit der Kultur und Geschichte der First Nations der Region verbunden, was sich auch in der Kunst, Architektur und den Einrichtungen widerspiegelt.

Da wir uns heute selbst versorgen, erledigen wir zunächst unsere Einkäufe und füllen den Tank unseres Autos auf. Anschließend nutzen wir den Self-Check-in in der Arctic Divide Lodge. Den Code für die Eingangstür sowie die Zimmernummer haben wir bereits vorab per E-Mail erhalten. Die Lodge und auch unser Zimmer sind gemütlich eingerichtet. Auch hier wird in den Kunstwerken und vielen Einrichtungsdetails die kulturelle Tradition sichtbar. Beim Betreten der Unterkunft sollen übrigens die Schuhe ausgezogen werden – eine Regel, die sofort für eine besonders wohnliche Atmosphäre sorgt. Die Küche der Unterkunft teilen sich alle Gäste. Nach dem Abendessen lassen wir den Tag schließlich entspannt auf dem Balkon ausklingen.

Morgenstimmung am Stewart Cassiar Highway
Rustikales Zimmer in der Arctic Divide Lodge in Dease Lake

Auf nach Stewart und ein kurzer Abstecher nach Alaska

Der Jetlag steckt uns noch ein wenig in den Knochen, sodass auch der nächste Morgen früh beginnt. Nach einem gemütlichen Frühstück sind wir bereits bei den ersten Sonnenstrahlen unterwegs am Dease Lake. Wir genießen die Ruhe und fangen die morgendliche Lichtstimmung des Sees mit unseren Kameras ein. Natürlich sind auch die Mücken schon aktiv und unser vor Ort gekauftes Mückenspray erweist sich schon jetzt als eine der besten Investitionen der Reise – ein Tipp, den wir jedem Reisenden nur weitergeben können.

Unsere Fahrt führt uns heute weiter den Stewart-Cassiar Highway entlang. Unser heutiges Ziel ist Stewart. Da wir früh am Morgen unterwegs sind, hängt ein tiefer Morgennebel über der Straße und sorgt für eine fast mystische Stimmung. Kurz darauf folgt schon das erste Highlight unseres Tages: Wir sichten eine Bärenmutter mit zwei Kleinen! Auch wenn es uns nicht gelingt, die Bärenfamilie abzulichten, da sie einfach viel zu schnell wieder im Gebüsch verschwinden, ist es ein Moment, der mich tief beeindruckt und dankbar macht, diese faszinierenden Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten zu können.

Hinter jeder Kurve bietet der Stewart-Cassiar Highway ein neues Highlight: Und so halten wir unterwegs noch im Kinaskan Lake Provincial Park, machen eine Mittagspause in Bell, wo wir uns frisch zubereitete Grilled Sandwiches gönnen und pausieren auch noch am Bear Glacier View Point – dieser Aussichtspunkt liegt unmittelbar am Highway und man hat von hier den direkten Blick auf den gleichnamigen Gletscher. 

Am Nachmittag erreichen wir Stewart und checken im Ripley Creek Inn ein. Dieses Hotel ist ein echtes Unikat: Es verteilt sich auf verschiedene historische Gebäude und hat einen urigen Charme. Während wir unsere Koffer auf das Zimmer bringen, werden wir von einem Hahn begrüßt, der völlig tiefenentspannt über das Hotelgelände spaziert und den besonderen Charakter dieser Unterkunft nochmal unterstreicht.

Obwohl sich der Tag bereits dem Ende entgegen neigt, wartet noch ein kleines Abenteuer auf uns. Von Stewart aus überqueren wir die Grenze in die USA – genauer gesagt nach Alaska. Ein kleiner, aber wichtiger Hinweis: Da man amerikanischen Boden betritt, ist eine gültige ESTA-Genehmigung zwingend erforderlich. Man sollte auch die Uhr im Blick haben, denn in Alaska springt die Zeit sofort in eine andere Zeitzone und damit eine Stunde zurück in der Zeit.

Auf dem Weg zum Gletscher passieren wir die Fish Creek Wildlife Observation im Tongass National Forest. Über höher angelegte Boardwalks können Besucher die Bären in ihrem natürlichen Umfeld beobachten, ohne die Tiere zu stören. Ein sorgfältig geführtes Tagebuch informiert über die jüngsten Sichtungen des Tages. Auch wenn wir heute kein Glück mit einer Bärenbegegnung haben, zahlen wir den kleinen Erhaltungsbeitrag gerne und können einen Besuch nur weiterempfehlen. 

Anschließend beginnt der eigentlich spannendste Teil der Strecke: Über eine längere, gut befahrbare Schotterstraße fahren wir hinauf zum Salmon Glacier Lookout. Das Kuriose an dem Gletscher ist, dass dieser wiederum in Britisch Columbia liegt. Der einzige Weg mit dem Auto zu diesem Gletscher führt aber eben durch ein Stück Alaska. Oben angekommen, erwartet uns das zweite große Highlight des Tages: Der Blick öffnet sich weit über das Tal und den Salmon Glacier – ein Moment, der uns lange innehalten lässt. Einfach atemberaubend! Ein absolutes Muss für alle, die durch den Norden British Columbias reisen.

Als wir schließlich den Rückweg nach Stewart antreten, wartet noch eine kleine Überraschung auf uns. Direkt am Wegesrand entdecken wir ein Murmeltier, das auch noch wie bestellt für unsere Kamera posiert. Es scheint die Aussicht genauso zu genießen wie wir und schenkt uns das perfekte Abschiedsfoto für diesen ereignisreichen Tag.

Blick auf malerische Landschaft vom Bear Glacier Viewpoint
Brücken im Fish Creek Wildlife Observation Site in Hyder in Alaska

Magische Wälder und Bärige Aussichten

Unsere erste Etappe führt uns zunächst von Stewart nach Prince Rupert und – damit wir nicht zweimal die gleiche Strecke fahren, wenn es im zweiten Teil nach Prince George geht – nehmen wir den Highway 113 bzw. den Nisga'a Highway. Eine absolute Empfehlung, denn entlang dieser Route begegnet man immer wieder den kulturellen Einflüssen der First Nations. Google Maps schlägt diese Route vermutlich nicht automatisch vor, aber entlang dieses Highways gibt es diverse Spots, die noch nicht mal bei Google Maps eingezeichnet sind. Diese sind dennoch sehr einfach zu erreichen, gut ausgeschildert und oftmals direkt am Highway gelegen. 

Und so entdecken wir auf diesem Weg Lavafelder und Wasserfälle an einem meiner liebsten Orte dieser Reise: Den Drowned Forest im Nisga'a Memorial Lava Bed Provincial Park. Obwohl dieser Ort direkt an der Straße liegt, fühlt es sich an, als würde man in eine ganz andere, geradezu magische Welt eintauchen. Dabei handelt es sich hier um einen scheinbar kleinen Wasserfall – aber manchmal sind es gerade die kleinen Dinge, die einen besonders berühren, oder?

In Prince Rupert angekommen, verbringen wir den Abend in der Wheelhouse Brewing Company und lassen das Erlebte bei leckeren lokalen Bieren mit direktem Blick aufs Meer ausklingen. 

Für die nächsten beiden Übernachtungen bleiben wir im Crest Hotel in Prince Rupert. Das Hotel ist für mich vergleichbar mit einem Fairmont: Chic, aber altmodisch eingerichtet mit einem kleinen Hauch von Luxus.

Gut erholt und ausgeschlafen steht tags darauf unser nächstes Reise-Highlight an: Wir unternehmen von Prince Rupert aus eine Grizzybären-Tour. Wir haben eine siebenstündige Bootstour mit Prince Rupert Adventure Tours  gebucht, die uns in den Khutzeymateen Provincial Park und zu den Grizzlybären bringt. Die Guides erzählen unterwegs viel über die Umgebung rund um Prince Rupert und den Provincial Park. Auf dem Hinweg geben wir merklich Gas, um die Ebbe im Fjord abzupassen. Um diese Zeit sind die Bären nämlich nah am Wasser auf Nahrungssuche und somit gut sichtbar. Der Umgang mit den Grizzlybären während der Begegnungen gefällt uns gut. Wir fahren mit dem Boot so nah wie möglich an die Küste und bleiben bei jeder Sichtung ausreichend lang, um die Bären intensiv beobachten und fotografieren zu können. Sobald die Guides jedoch merken, dass einer der Bären unruhig wird, fahren wir weiter. Insgesamt haben wir riesiges Glück und sehen sieben Grizzlybären – einfach Wahnsinn! Dank unserer Guides erfahren wir, dass es sich um sechs weibliche und einen männlichen Bären handelt. 

Mittags bekommen wir ein im Preis inkludiertes Sandwich sowie ein Getränk unserer Wahl und können nebenbei einen Adler sichten. Nach dem Essen treten wir ganz entspannt den Rückweg an und stoppen unterwegs immer wieder mal, wenn wir Buckelwalen begegnen. Einmal sehen wir sogar eine ganze Gruppe von Walen gemeinsam schwimmen und könnten seliger nicht sein. Wir sind wirklich hellauf begeistert von dieser Tour und der Umsetzung – für uns ein weiteres absolutes Muss für alle Reisenden auf dieser Route!

Zurück in Prince Rupert und mit zahlreichen neuen Fotos endet dieser Tag für uns bei einem leckeren Abendessen im Waterfront Restaurant unseres Hotels.

Landschaft im magischen Drowned Forest
Grizzlybär im Khutzeymateen Valley

Von einem Prinzen zum nächsten – Von Prince Rupert nach Prince George

Bevor es für uns nach Prince George geht, legen wir noch eine Übernachtung in Smithers ein. Natürlich auch auf dieser Etappe nicht ohne unterwegs einige Fotostopps einzulegen. Wir schauen uns Kitwanga und die Gitwangak Battle Hill National Historic Site an und machen eine kleine, einfache Wanderung zu den Twin Falls. Dort sehen wir allerdings nur einen der Wasserfälle richtig kräftig fließen – was den Stopp aber nicht weniger beeindruckend macht. 

Über den Driftwood Canyon Provincial Park gelangen wir schließlich nach Smithers. Unser Hotel ist die Prestige Hudson Bay Lodge, das uns mit großen Zimmern und stilvoller Einrichtung überrascht. Nach der langen Fahrt schlendern wir etwas über die Main Street in Smithers und essen schließlich im Noir Restaurant in unserem Hotel lecker zu Abend. 

Der nächste Prinz, Prince George, steht am folgenden Tag auf dem Plan. Da das Wetter nicht ganz so gut ist und wir unbedingt den Ancient Forest (Chun T'oh Whudujut Park) sehen wollen, welcher noch hinter Prince George liegt, versuchen wir so wenig wie möglich zu halten und viel Strecke zu machen. Insgesamt 485 Kilometer liegen heute vor uns.

Einer der Gründe, warum mir der Norden Britisch Columbias so gut gefällt, ist, dass sich hier die Möglichkeit bietet, mehr über die Kultur und die Geschichte der First Nations zu erfahren. Wer also geschichtlich und kulturell interessiert ist, kommt hier definitiv auf seine Kosten. Der Ancient Forest zum Beispiel gehört zum Territorium der Lheidli T’enneh und ist der einzige im Inland liegende Regenwald der Welt.  

Wir erreichen Prince George am Nachmittag, halten kurz und fahren gleich weiter zum Ancient Forest. Im Provinzpark angekommen, kommen wir aus dem Staunen nicht raus – Wahnsinn, wie groß und alt die Bäume hier sind und wie anders das Klima mit einem Mal ist. Um das Ganze für uns noch besonderer zu machen, haben wir den Regenwald ganz für uns alleine! Wir nehmen den Boardwalk, der einen Rundweg durch das Gebiet bildet, und saugen die Informationen zu den verschiedenen Bäumen und ihrem Alter nur so auf. Auf einem kleinen Abstecher sehen wir noch einen Wasserfall und machen hier eine kleine Snackpause.

Auf dem Weg zurück nach Prince George halten wir bei der Northern Lights Estate Winery. Hier gibt es Weine aus der Region und es werden vier kostenlose Proben angeboten. Wir kaufen zwei Flaschen als Souvenir und fahren zurück nach Prince George. 

Auf dem Weg lasse ich den bisherigen Urlaub vor meinem geistigen Auge Revue passieren: Ich bin überrascht, wie vielseitig die Natur und die Historie im Norden British Columbias ist: Regenwald, Lavafelder, zahlreiche Wasserfälle, einsame Highways, Wildlife und dazwischen dann doch so was wie Großstädte. 

Für morgen steht der Tumbler Ridge Global Geopark auf dem Zettel, ein UNESCO Weltkultur- und Naturerbe. Insgesamt umfasst der Park ganze 7822 Quadratkilometer und ich bin schon gespannt, was uns erwartet, auch wenn wir aus Zeitgründen natürlich nur einen kleinen Bereich sehen werden.

Sabrina vor the Twin Falls
Sabrina im Chun T’oh Whudujut Provincial Park

Tumbler Ridge Global Geopark  & Dawson Creek

Unser nächstes Ziel ist Dawson Creek, der Ort, an dem der Alaska Highway startet. 
Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg und halten zunächst im Whiskers Point Provincial Park. Diesen Park hatten wir eigentlich nicht auf dem Zettel, aber als ich vom Highway aus einen Strand sichte, möchte ich es mir mal genauer anschauen. Wir genießen also am Strand ein paar Minuten Ruhe und lassen den See auf uns wirken. Für die Provincial Parks in British Columbia benötigt man übrigens keinen Parkpass oder Ähnliches. In die meisten Parks kann man einfach reinfahren oder man zahlt eine kleine Gebühr vor Ort. Wer mit dem Wohnmobil übernachten möchte, muss allerdings meist eine Standgebühr bezahlen, die – je nach Park – variieren kann.

Wer gerne Donuts isst, sollte einen kleinen Stopp im Café 97 am Azouzetta Lake einlegen. Von außen eher unscheinbar, aber die Donuts schmecken unglaublich lecker. Wir empfehlen den Schoko-Donut sowie den mit Oreo. Gut gestärkt erreichen wir den Ort Chetwynd, der für seine Kettensägenkunst bekannt ist. Wir schauen uns alle Kunstwerke in Ruhe an. Hier findet man neben vielen Tierskulpturen auch Werke von Künstlern der First Nations – wir staunen nicht schlecht, was man mit Kettensägen so alles zaubern kann.

Am frühen Nachmittag erreichen wir den Tumbler Ridge Global Geopark und machen uns zunächst auf zu den Martin Falls. Wir haben gelesen, dass der Weg zum Wasserfall zwar kurz, aber steil sein soll. Beides, würde ich sagen, liegt im Auge des Betrachters. Wir empfinden den Weg eher als lang und wirklich sehr steil. Aber nichtsdestotrotz hat sich der Abstieg gelohnt und der Blick auf die Martin Falls ist wirklich toll! 

Da wir leider nicht mehr so viel Zeit haben, schauen wir uns im Park nur noch die Bullmoose Marshes, eine Art Seelandschaft an. Diese zählen zu den Top-Sehenswürdigkeiten des Parks und sind über einen Boardwalk-Rundweg sehr leicht zu erkunden. Das Gebiet ist für Vogelbeobachtungen bekannt und ist einfach nur beeindruckend. Wir würden gerne mehr Zeit für den Tumbler Ridge haben und empfehlen, mehr Zeit einzuplanen – es gibt hier noch so viel mehr zu entdecken und zu erwandern.

Herzlich bärige Begrüßung in Chetwynd
Blick auf die Bull moose Flats

Der Alaska Highway und Muncho Lake

In Dawson Creek checken wir schnell im Hotel ein und machen uns gleich zum berühmten Mile 0 Alaska Highway Schild auf. Der Highway wurde 1942 als Schotterstraße gebaut und führt von Dawson Creek in British Columbia über Whitehorse im Yukon bis nach Delta Junction in Alaska. Der Highway wurde ursprünglich für Militärzwecke genutzt und später als Handelsstraße beziehungsweise als öffentlicher Highway freigegeben. Man kann sich noch heute originale Teilstrecken des Highways anschauen, allerdings zu Fuß, denn diese sind aufgrund der Verwitterung nicht mehr befahrbar. 

Nach einem ausgiebigen Fotoshooting am Mile 0 Schild endet unser Abend mal wieder in einer Brauerei. Heute sind wir in der Post & Row Brewing Co. Bierliebhaber sollten sich vor ihrer Reise in den Norden British Columbias auf jeden Fall informieren. Es gibt hier einige lokale Brauereien, die mit leckeren Bieren locken. 

Bei strahlendem Sonnenschein und knapp 25 Grad machen wir uns am nächsten Morgen wieder auf den Weg und halten als erstes im Kiskatinaw Park, um uns ein Stück des Old Alaska Highways sowie eine dazugehörige alte Holzbrücke anzuschauen. Wer sich für die Geschichte des Highways interessiert und die Zeit auf der Reise hat, sollte diesen Stopp unbedingt einplanen. Nach einem ausgiebigen Spaziergang vor Ort machen wir uns auf den Weg zu den Sikanni Chief Falls, einem 30 Meter hohen Wasserfall mit Abenteuer-Potenzial. Allein um zum Parkplatz des Wanderwegs zu kommen, müssen wir mehrere Kilometer Schotterstraße abseits des Alaska Highway fahren. Um zum Wasserfall zu gelangen, wandert man einen Waldweg entlang – teilweise entspannt und geradeaus, teilweise mit moderaten Steigungen. Aber der Weg und das Abenteuer lohnen sich: Schon während der Wanderung kann man den gewaltigen Wasserfall hören und der Anblick am Ziel kann sich wirklich sehen lassen. 

Heute übernachten wir in Fort Nelson und essen im Triple G Hideaway zu Abend. Wer es klassisch amerikanisch und den entsprechenden Diner-Stil mag, ist hier auf jeden Fall richtig.

Für die nächsten zwei Nächte geht es für uns an den Muncho Lake.  Unterwegs halten wir zuerst am Summit Lake im Stone Mountain Provincial Park. Der See hat eine leicht türkise Färbung und liegt zwischen zwei Bergen – einfach eine malerische Kulisse. Hier gibt es auch einen Campground direkt am Wasser – sehr idyllisch, wie wir finden. 

Ab hier beginnt ein sehr abwechslungsreiches Stück des Alaska Highway: Zunächst kurvig entlang der Berge, gefolgt von viel Wald und schließlich direkt an diversen Seen entlang. Unterwegs haben wir wieder Glück und sichten einige Dickhornschafe in den Bergen und einen Bären in den Wäldern. 

Wir halten noch diverse Male an Brücken, Seen oder Aussichtspunkten und erreichen am Nachmittag schließlich den Muncho Lake. Wir haben hier zwei Nächte in der Northern Rockies Lodge gebucht. Neben Cabins direkt am See gibt es eine Haupt Lodge. Da die Cabins leider ausgebucht sind, beziehen wir ein Zimmer im Haupthaus. Anschließend gehen wir ausgiebig am See spazieren und ich wage es, im See zu baden – unglaublich kalt, aber nach der Fahrt auch einfach unglaublich erfrischend! 

Den nächsten Tag nutzen wir zum Ausschlafen und um die Gegend rund um den Muncho Lake zu erkunden und etwas zu entspannen. Wir erleben außerdem den Wildlifereichsten-Tag unserer Reise: Wir sehen zwei Bären, einen Adler und unser erstes Moose und kommen aus dem Fotografieren und Stauen nicht mehr raus. Den Großteil des Tages verbringen wir in den Liard River Hot Springs, Kanadas zweitgrößten natürlichen heißen Quellen. Die Hot Springs liegen im Liard River Hot Springs Provincial Park, in dem man übrigens auch wieder mit dem Camper übernachten kann. Für die Tagespauschale bezahlen wir 5 kanadische Dollar und dürfen so lange in den heißen Quellen bleiben, wie wir möchten. Die Wassertemperatur variiert zwischen 40 und 50 Grad – wirklich sehr entspannend. Im Becken gibt es diverse Sitzmöglichkeiten, sodass man perfekt die Seele baumeln lassen kann.

Blick auf die Sikanni Chief Falls
Sabrina genießt die Idylle am Muncho Lake

Zurück im Yukon: Vom Alaska Highway zum Robert Campbell Highway

Wir können kaum glauben, dass unsere Reise langsam zu Ende geht! Als wir an diesem Morgen aufwachen, wissen wir noch nicht, dass heute eins unserer absoluten Highlights auf uns wartet. 

Nach einem ausgiebigen Frühstück und bestens erholt nach unserem Hot-Springs-Aufenthalt machen wir uns auf den Weg nach Watson Lake im Yukon. Wir halten an ein paar Aussichtspunkten und in dem einen oder anderen Provincial Park entlang der Route an und treffen unser zweites Moose. Ganz gemütlich läuft dieser einfach von rechts nach links vor unserem Auto über die Straße. Wir sind uns sicher, auf diesem Stück des Alaska Highway muss irgendwas in der Luft liegen, so viel Wildlife, wie wir hier sehen. 

Als der Highway sich abwechselnd durch British Columbia und den Yukon schlängelt, sehen wir zwei Bisonherden und können unser Glück kaum fassen! Ich habe vor unserer Reise gelesen, dass es in dieser Gegend Bisonherden geben kann und man mit Glück welche sehen kann, aber dass wir dann gleich zwei Herden sehen – Wahnsinn! 

Die erste Herde ist etwas kleiner und liegt dösend in der Sonne auf der Wiese neben der Straße. Die zweite Herde ist deutlich größer und aktiver. Hier sind auch einige Kälber dabei – einfach zuckersüß. Ich kann nicht sagen, wie lange wir hier stehen, die Tiere beobachten und fotografieren. Die Bisons laufen vor und hinter unserem Auto einfach immer wieder über die Straße und lassen sich von uns überhaupt nicht stören. Wir schaffen es sogar, aus dem Auto Bison-Selfies zu schießen. Ich finde es einfach unbeschreiblich, so viele Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen. Ich bin sehr dankbar und auch zu Freudentränen gerührt.

In Watson Lake angekommen, hat uns die Zivilisation wieder. Wir gehen als erstes in den Sign Post Forest, dem für mich skurrilsten Ort auf unserer Reise. 1942 gründete ein US-amerikanischer Soldat mit Heimweh unbewusst diesen „Schilderwald“, indem er ein Schild seiner Heimat aufstellte. Anschließend verselbstständigte sich das Projekt und mittlerweile stehen hier mehr als 80.000 Schilder aus aller Welt. Einige Reisende lassen sich sogar eigens hierfür ein Schild anfertigen und bringen dieses an. Wir schlendern etwas über das Areal und suchen und finden ein Hamburg-Schild, das natürlich festgehalten werden muss.

Wir übernachten heute im kleinen, aber süßen A Nicer Motel, einer Unterkunft mit Selbstverpflegung. In Summe gibt es hier nur 10 Zimmer und alle sind anders eingerichtet. Man checkt an der Tankstelle neben der Unterkunft ein und bekommt dann das Zimmer zugewiesen. Wir sind vom Motel positiv überrascht und würden hier immer wieder übernachten. Nach wochenlangen Restaurantbesuchen freuen wir uns jetzt richtig darauf, mal wieder selbst zu kochen und beenden den Tag anschließend mit einem kleinen Spaziergang durch Watson Lake.

Apropos Tankstellen: Tankstopps entlang dieser Route sollten gut vorgeplant werden! Aufgrund der Abgeschiedenheit der Highways fährt man hier wirklich kilometerlang durchs Nichts, sodass man immer einen vollen Tank haben sollte.

Ein Bison überquert den Alaska Highway
Eingang zum Sign Post Forest in Watson Lake in Yukon

Faro und Die letzte Etappe nach Whitehorse

Heute freue ich mich sehr auf den Tag, denn heute ist definitiv der Weg das Ziel! Ich werde wieder auf dem Robert Campbell Highway unterwegs sein, auf dem ich 2019 schon mal unterwegs war – für mich eine der schönsten und am meisten unterschätzten Straßen, die ich bisher bereist habe. Der Highway umfasst ganze 583 Kilometer, die wir in den nächsten zwei Tagen zurücklegen werden. Ein Großteil des Highways besteht aus Schotterpiste, darauf sollte man sich vorab einstellen.

Unser erster Stopp gilt dem Nachstellen eines meiner Fotos von der vorherigen Reise in dieser Region. Ich finde heute nahezu exakt die gleiche Stelle wieder – und platziere mich erneut mitten auf dem leeren Highway. Ich bin überrascht, wie sehr sich dieser Moment in meinem Gedächtnis eingebrannt hat und wie sicher ich die Stelle wiedererkenne. 

Entlang des Highways gibt es zahlreiche Seen, die alle einen Stopp wert sind und so machen wir am Simpson Lake, Frances Lake, Finlayson Lake und am Coffee Lake Halt. Der Robert Campbell Highway bietet sich auch wunderbar für eine Camperreise an. An vielen der Seen gibt es Stellplätze in traumhafter Lage. Etwas länger halten wir uns am Lapie Canyon auf, wo man von einer Brücke den perfekten Blick hat. Entlang des Highways haben wir außerdem wieder das Glück, einen Bären und einen Fuchs zu sehen. 

In Faro angekommen checken wir im Far-O-Way Guest House, einer kleinen Unterkunft mit nur wenigen Zimmern. Die Zimmer sind zwar klein und man teilt sich das Badezimmer mit einer anderen Partei, aber dafür ist alles liebevoll eingerichtet und sehr sauber. Es gibt eine große Gemeinschaftsküche, in der Grundnahrungsmittel wie Brot, Eier, Milch, Säfte und Kaffee für alle Gäste zur Verfügung stehen.

Kaum zu glauben, aber unser letzter Urlaubstag ist angebrochen! Morgen fliegen wir wieder zurück nach Deutschland und würden am liebsten noch ewig in Kanada bleiben. Wir starten den Tag wieder mit einem ausgiebigen und selbst gemachten Frühstück und machen uns dann zeitnah auf den Weg nach Whitehorse. 

Direkt zu Beginn unserer Fahrt sehen wir zwei Moose auf dem Robert Campbell Highway, die erst an beiden Straßenseiten ein Stück neben unserem Auto herlaufen, sich dann für eine Seite entscheiden und im Wald verschwinden. Was für ein toller Start in den Tag!

Auf dem Weg nach Whitehorse halten wir am Little Salmon Lake, am Yukon-Kuskokwim-Delta und an den Five Finger Rapids. Letztere bilden eine Formation aus vier Basaltsäulen, die den Fluss in fünf Stromschnellen teilen. Hier gibt es eine Aussichtsplattform, die man über zahlreiche Treppen und ein kleines Stück Wald erreichen kann. Aber auch hier lohnt sich der Weg. In Whitehorse angekommen, benötigen wir erst mal einen Kaffee. Anschließend schlendern wir durch die Straßen und shoppen noch ein paar Souvenirs, bevor wir im Raven Inn Hotel einchecken. 

Vollgepackt mit Schnappschüssen und vielen einzigartigen Erinnerungen geht unsere Reise am nächsten Tag zu Ende. Für uns steht bereits jetzt schon fest: Wir werden wiederkommen! 

Wer gerne mal abseits der bekannten Touristenpfade in Kanada unterwegs sein möchte, etwas abenteuerlustig ist und Ruhe und Entschleunigung mag, der kommt auf unserer Route definitiv auf seine Kosten.

Sabrina auf dem Robert Campbell Highway in Yukon
CANUSA Mitarbeiterin Sabrina Ebel geniesst die Aussicht auf die Felsformation Five Finger Rapids nahe Carmacks in Yukon

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