Das French Quarter in New Orleans ist bekannt für sein pulsierendes Nachtleben und die bunten Häuser mit gusseisernen Balkonen

New Orleans: Bike ’n’ Jazz

CANUSA unterwegs: Kolja Kassner erkundet die Jazz-Metropole mit dem Fahrrad für sich.

Meine Tour durch die Südstaaten lasse ich gleich an einem ganz besonderen Ort beginnen: in New Orleans. Schon beim Namen der Mississippi-Metropole spüre ich den Swing des Jazz in meinen Beinen. Die Stadt – genauer: das French Quarter – gilt als Wiege dieses berühmten Musikstils. Doch nicht nur musikalisch, auch architektonisch und kulinarisch locken mich verschiedene Viertel magisch an. Ich mache mich dafür sportlich auf den Weg, nämlich per Fahrrad! Meine Erkundung der Stadt lasse ich zu später Stunde in der Frenchman Street ausklingen, die mit ihren Jazzklubs berühmt geworden ist.

CANUSA-Mitarbeiter Kolja Kassner in New Orleans
„Ich bin in der Wiege des Jazz, um mich herum stehen beeindruckende Kolonialbauten, ich nehme Straßenmusik jeglicher Couleur wahr und lasse den Duft der Südstaaten der Küche auf mich wirken.“
Kolja Kassner

Geschäftsführung CANUSA in Hamburg

Kolja Kassner

Geschäftsführung CANUSA in Hamburg

Das French Quarter, die Wiege des Jazz

Schon beim Landeanflug, als ich den Mississippi River, den Lake Pontchartrain und den Golf von Mexiko sehe, kann ich es kaum noch erwarten, diese ganz besondere Metropole der USA kennenzulernen. In Gedanken höre ich schon die rhythmischen Klänge des Jazz und würde am liebsten gleich mitswingen. Jetzt setzt das Flugzeug am Louis Armstrong International Airport auf, dessen Name schon preisgibt, was mich hier in den nächsten Tagen musikalisch erwarten wird. Mein erstes Ziel ist aber das berühmte French Quarter, genauer: das Hotel St. Pierre. Ein sehr charmantes Flair erwartet mich in diesem Gebäude, das zum Teil bereits um das Jahr 1700 herum errichtet wurde. Der kleine, wunderschöne tropische Garten hat mich sofort verzaubert, man ist hier in einer ruhigen Oase. Erst genieße ich ein bisschen die Ruhe des Zimmers, aber kurz darauf lockt mich auch schon der Trubel dieser Stadt aus dem Hotel. Kultur und Kulinarik warten auf mich!

Ich bin in der Wiege des Jazz, um mich herum stehen beeindruckende Kolonialbauten, ich nehme Straßenmusik jeglicher Couleur wahr und lasse den Duft der Südstaaten der Küche auf mich wirken. Was man keineswegs verpassen darf, ist die berühmte Bourbon Street – auch wenn, wie ich erfahren habe, die Schönheit der Stadt vor allem jenseits dieses allseits bekannten Boulevards zu finden ist.

Jetzt, in den frühen Abendstunden, fühle ich mich pudelwohl dabei, einfach durch den ältesten Stadtteil zu schlendern, ihn für mich zu entdecken. An jeder Ecke spürt man die turbulente Geschichte, die auf spanischen, französischen und afroamerikanischen Einflüssen beruht. Hier ist man mitten im Schmelztiegel des Südens. Die unzähligen historischen Bauten dieses Viertels mit ihren schmiedeeisernen Balkonen und Galerien im spanischen Kolonialstil glitzern gerade im Licht der untergehenden Sonne. Dieser ohnehin schon lebhafte Teil der Stadt erwacht gerade so richtig, zieht mich magisch an, versetzt mich in Partystimmung und zieht mich nach ein, zwei Cocktails zum Abendessen in eines der zahlreichen Restaurants. Ich lasse mich zum Jackson Square im Herzen der Stadt treiben, wo ich am Reiterstandbild des Namensgebers vor dem imposanten Panorama der St. Louis Cathedral stehe. Wenn man zum ersten Mal in New Orleans ist, darf man dieses Viertel keinesfalls verpassen. 

Auch wenn die Abendstunden in diesen pulsierenden Gassen die verschiedensten Jazzbars zu bieten haben, mache ich mich etwas früher auf den Weg zurück ins Hotel. Der Jetlag und der nächste Tag tragen dazu bei.

New Orleans Pride's Fest im French Quarter
Balkone im French Quarter

Mit dem Rad New Orleans erkunden

New Orleans hat am frühen Morgen ein besonderes Flair zu bieten, zeigt ein ganz anderes Gesicht. Im Zentrum lassen sich hier und da noch die Spuren der langen Nacht wahrnehmen. Aber gerade im Sommer, wenn es tagsüber recht heiß wird, sind die Morgenstunden genau richtig, um bei einer Fahrradtour verschiedene Ecken der Stadt zu erkunden. Bevor ich in die Pedale trete, stärke ich mich noch mit einem guten Kaffee und ein paar leckeren Beignets, die ich im Café du Monde hole und mir nebenan im Washington Artillery Park schmecken lasse. Von hier aus ist der Blick auf die St. Louis Cathedral und den Mississippi River sehr schön und lässt das Frühstück gleich doppelt so gut schmecken. Die „Bike City New Orleans“ hat ein mehr als 180 Kilometer langes Netz an Radwegen zu bieten – ich will die Stadt für mich erradeln. Die dazu passenden Räder kann man an den zahlreichen Bikesharing-Stationen ganz einfach ausleihen und wieder zurückgeben. Kein Wunder, dass man hier von einer fahrradfreundlichen Stadt spricht. Ich beschließe, dem urbanen Beat des Big Easy in meinem eigenen Rhythmus auf zwei Rädern nachzuspüren.
Also schwinge ich mich aufs Rad, folge dem Moonwalk Riverfront Park bis zum nordöstlichen Ende und komme schließlich im Bezirk Marigny an. Das Fahrrad stelle ich dann einfach an einer Station ab und lasse mich durch die vielen kleinen Seitenstraßen dieses Viertels treiben. Noch vor fünfzehn Jahren wurde geraten, lieber einen Bogen herum zu machen.

Heute ist das Gegenteil der Fall. Hier, wie auch im nebenan liegenden Viertel Bywater, sollte man unbedingt einen Halt einlegen, sich in eines der unzähligen Cafés setzen, um zusammen mit den Locals ein bisschen die hiesige Atmosphäre zu genießen. Hier gibt es tolle Läden, Cafés und Bars, die mich den Charme des alten, einfachen und so herzlichen New Orleans erleben lassen. Zur Mittagszeit ist man an dieser Stelle genau richtig, um nach einem Snack Ausschau zu halten oder eines der hier gebrauten Biere zu probieren. Nach meiner spannenden Runde durch die kleinen Straßen und dem Durchstöbern unzähliger Shops meldet sich mein Bauch. Ich antworte ihm mit dem Besuch Cru by Chef Marlon Alexander, das sich in einem Gebäude aus den 1790er-Jahren befindet. Hier gibt es auch einen kleinen netten Innenhof, wo man sich die besten Gerichte der Südstaaten schmecken und das NOLA-Flair auf sich wirken lassen kann. NOLA? Das ist der Spitzname für „New Orleans, Louisiana“. Nach dem Mittagessen kann ich meine Daumen nur ganz nach oben strecken. 

Danach geht meine Entdeckungstour weiter, um dem Chicory-Kaffee im Flora Gallery & Coffee Shop einen Besuch abzustatten. Beides sind für mich Hotspots des Viertels und nur einen Katzensprung voneinander entfernt an der Franklin Avenue in diesem erwachenden Szeneviertel.

Nicht leicht, aber lecker – die Küche in der Oak Street

Ich schwinge mich wieder auf eines der Leihfahrräder und radle erst in ein ganz anderes Viertel, in den Garden District mit seinen bildschönen historischen Häusern. Hier lege ich eine kleine Pause ein. Dann durchquere ich erst den Audubon Park, komme dort am Audubon Zoo vorbei, und folge schließlich dem Mississippi in Richtung Norden. Hier in Uptown/Carrollton bin ich gleich wieder in einem ganz anderen Teil der Stadt, fern der üblichen Besucherpfade. In der Oak Street kann man wunderbar von Café zu Café schlendern. Vor allem das Jacques-Imo’s ist sehr zu empfehlen. Das Essen ist hier zwar nicht als „leicht“ zu bezeichnen, dafür aber eindeutig als „lecker“! Und weil es so beliebt ist, sollte man sich zum Abendessen unbedingt einen Platz reservieren. Beim Betreten des Restaurants hat man einen Blick in die offene Küche und sieht gleich, dass man hier in den Südstaaten ist. Die beiden verkündeten Slogans „Lousy Food“ („hundeelende Speisen“) und „Poor Service“ („lausiger Service“) sind auf jeden Fall ironisch zu verstehen ...

Bewegung nach diesem Essen ist genau richtig, also nehme ich mir gleich wieder ein Rad, fahre die Strecke zurück zum Hotel und spaziere noch zum Louis Armstrong Park, der nur ein paar Schritte entfernt am Rand des Quartiers Tremé liegt. Hier finden viele Festivals statt, der Park ertönt dann in den unterschiedlichsten Klängen.

Nach der kleinen Pause bin ich wieder fit und nehme an einer Stadtführung des Vereins Friends of the Cabildo Walking Tours teil, die direkt am Jackson Square losgeht. Unterwegs bekommt man ganz besondere Einblicke in die Geschichte der Stadt und das Leben in den verschiedenen Vierteln. Man kommt dabei immer wieder mit den Einheimischen ins Gespräch. Es werden auch verschiedene Cocktail-Touren angeboten, die einem nicht nur von diesen Getränken berichten, sondern bei einem Rundgang auch die schönsten Bars der Stadt vorstellen. Verkostung inklusive.

Jazz in der Frenchman Street zu später Stunde

Keinesfalls verpassen möchte ich den Jazz zur späten Stunde, für den New Orleans bekannt ist – für mich einer der Gründe, meine Reise in dieser Stadt beginnen zu lassen. Bis zum Abend lasse ich mich mit dem Fahrrad durch die verschiedenen Viertel rollen und bin zum Abendessen an passender Stelle im Business District angekommen. Hier gibt es nämlich das Mother’s Restaurant, eine kulinarische Institution mit pikanten Delikatessen der Südstaaten. Wer hier abends ohne eine Tischreservierung ankommt, für den ist Schlange stehen inklusive – doch das Warten lohnt sich. Ich bestelle Jambalaya, ein paellaartiges Reisgericht der Cajun-Küche, und als Reiseproviant einen Po’ boy mit Baked Ham, den knusprigen Baguette-Leckerbissen aus Louisiana. Anschließend radle ich frisch gestärkt auf einem Leihfahrrad über die Canal Street querfeldein in die Gitterstruktur des French Quarter, auch bekannt als Vieux Carré. 

Nach einer erholsamen Stunde im ruhigen Innenhof des Hotels und bei Einbruch der Dunkelheit marschiere ich gen Osten, nach Marigny. 

Heute kam ich hier ja schon mit dem Fahrrad vorbei, aber jetzt, am Abend, hat sich dieses Viertel in einen ganz anderen Ort verwandelt. Den Trubel der Bourbon Street lasse ich hinter mir. Kaum erreiche ich die Frenchmen Street, bin ich auch schon mitten im pulsierenden Epizentrum des ungefilterten Jazz von New Orleans. Vor mir liegen mehr als zwanzig Locations mit Livemusik, man hat also die Qual der Wahl. In einigen der Klubs gibt es auch schon nachmittags Konzerte verschiedenster Richtungen des Jazz. Man ist hier nicht in einer Partymeile, sondern stattdessen in einer ganz besonderen Atmosphäre, wo viele – noch – unbekannte Bands ihren Sound erklingen lassen. Wenige Schritte vom Washington Square entfernt lasse ich mich im Spotted Cat Music Club beschwingt in die Nacht gleiten und berausche mich am Klang der swingenden Metropole am Mississippi. Die grandiose Musik wird mich auf meiner Rundreise durch die Südstaaten, die Morgen beginnt, im Kopf begleiten.

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