Orcas in British-Columbia

Walarten in Kanada

Überblick

Walarten in Kanada

Die Walbeobachtung stellt eine Chance für ein friedliches Zusammenleben von Tier und Mensch dar, denn Gemeinden, die von der Walbeobachtung profitieren, sind eher bereit, sich für den aktiven Schutz der Tiere einzusetzen.

Allerdings kann der in den letzten Jahrzehnten weltweit stark boomende Wirtschaftszweig auch seine Schattenseiten haben: Rücksichtslose Bootsführer, die zu nahe an die Tiere heranfahren, die lauten Motorengeräusche ... all das stellt nachweislich Stress für die beobachteten Tiere dar und hat nichts mit einem rücksichtsvollen, staunenden Besuch im Lebensraum der Wale und Delfine zu tun.

Deshalb setzt sich die Wal- und Delfinschutzorgansiation WDCS seit vielen Jahren mit einer Vielzahl von Initiativen für eine nachhaltige und qualitativ hochwertige Walbeobachtung ein. In Zusammenarbeit mit EntscheidungsträgerInnen und Behörden auf der ganzen Welt entwickelt die Wal- und Delfinschutzorganisation Empfehlungen und gesetzliche Richtlinien für Walbeobachtungstouren, bei denen die Bedürfnisse der Tiere im Mittelpunkt stehen.
Außerdem veranstaltet die WDCS regelmäßig Workshops für Walbeobachtungsunternehmer und Naturführer, die an Bord der Schiffe das interessierte Publikum informieren. Außerdem arbeitet sie unermüdlich daran, in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was eine gute Walbeobachtungsfahrt ausmacht und worauf jeder Einzelne selbst achten kann.

Weitere Informationen zu den einzelnen Walarten finden Sie auf der Seite der Walschutzorganisation WDCS.

Atlantik-Kanada

In der größten der atlantischen Provinzen, New Brunswick, stellt das Meer Rekorde auf! In der Bay of Fundy steigt das Wasser bei Flut regelmäßig bis über 10 Meter hoch. Die ständige Bewegung des nährstoffreichen Wassers fördert das Planktonwachstum, was wiederum unzählige Walarten, darunter auch die seltenen nördlichen Glattwale, anlockt.

Die größten hier vorkommenden Wale, Finnwale, können Sie bereits vom Ufer aus beobachten. An Bord einer Yacht oder eines Zodiacs können Sie die Ehrfurcht einflößenden Wale aus größerer Nähe sehen und sich wundern, wie klein Ihnen Ihr Boot plötzlich erscheint.

Ein weiteres lohnendes Ausflugsziel ist der St. Lorenz-Golf, wo Sie mit sehr großer Wahrscheinlichkeit während der Sommermonate eine Vielzahl von verschiedenen Wal- und Delfinarten beobachten können.

Nicht weit entfernt, um Grand Manan Island, leben unter anderem die kleinen Schweinswale, die mit ein bisschen Glück bereits vom Ufer gesichtet werden können.

Neufundland & Labrador

Neufundland ist Wildnis pur. In den Gewässern des St. Lorenz-Golfs entdecken Sie die Welt der Wale, Delfine und Seehunde. Sie können an einer Kajaksafari auf dem Atlantik teilnehmen und die Fluten mit den großen Buckel- und Blauwalen und noch größeren Eisbergen teilen.

Neufundlands Hauptstadt St. John’s wird von der nationalhistorischen Stätte Signal Hill überragt, die einen Panoramablick auf Meer und Hafen bietet. Vor der Küste findet sich die weltweit größte Konzentration umherziehender Buckelwale vor einer Kulisse tausende Jahre alter Eisberge, die nach Süden treiben.

Québec

Alljährlich im Frühjahr halten die Wale vom Atlantischen Ozean kommend Einzug in Québec. Entlang der Wal-Route ziehen sie von der Côte-Nord zum Saguenay River und weiter zum Laurentian Channel. Tier- und Naturliebhaber aus aller Welt nutzen die Gelegenheit zum Whale Watching, vor allem in den Monaten Mai bis Oktober.

Aufgrund der vielen Wale und der exzellenten Beobachtungsmöglichkeiten entlang der Küste entstanden am Sankt Lorenz-Strom in den vergangenen Jahren eine Vielzahl namhafter Walforschungszentren und -stationen. Das berühmteste befindet sich in Tadoussac nordöstlich von Québec City, das zugleich zu den besten Orten für Walbeobachtung von Land aus in ganz Kanada zählt.

Bei Tadoussac beginnt der Provinzpark Parc du Saguenay, eine der schönsten Landschaften Kanadas, die sich beiderseits des Saguenay-Fjords bis zur Mündung in den Sankt Lorenz-Strom erstreckt. Dort liegt das Dorf Bergeronnes, in dem die Wale von Land aus erspäht werden können. Bester Aussichtspunkt ist das Cap-de-Bon-Désir, eine große Ansammlung glatt geschliffener Felsen direkt am Strom. Mitunter kommen die großen Meeressäuger so nah an das Cap heran, dass Beobachter sogar ihre Blaslöcher erkennen können.

Auch im Nachbarort Les Escoumins sind die Wale hervorragend von Land aus zu sehen.

Wal im Sankt-Lorenz-Strom

Vancouver Island

Wal taucht zum atmen auf

Im Süden von Vancouver Island

Ziel der Walbeobachtungsfahrten von Victoria, der Hauptstadt von Vancouver Island, aus  sind die sesshaften Schwertwale der südlichen Gemeinschaft , die von Mai bis Juli regelmäßig im angefahrenen Gebiet der Boote angetroffen werden. Dabei trifft eine hohe Zahl von Booten auf die relativ geringe Anzahl von 70 bis 80 Walen, was insbesondere angesichts der in den letzten Jahren sinkenden Größe der südlichen Gemeinschaft problematisch ist. Die sorgfältige Auswahl eines qualitativ anspruchsvollen Walbeobachtungsunternehmens ist deshalb von großer Bedeutung.

Außerdem stellt die Beobachtung der Tiere von Land aus oftmals eine sehr gute Alternative zu Bootsausflügen dar – nicht nur für Menschen, die leicht seekrank werden.

Im Norden von Vancouver Island

In der Johnstone Strait und den angrenzenden Gewässern bestehen zweifelsfrei die besten Walbeobachtungsmöglichkeiten. Hier leben die Schwertwale der nördlichen Gemeinschaft, die auch von Paul Spong erforscht werden. Im Beobachtungsgebiet sind seit dem Jahr 2000 auch wieder regelmäßig einige Buckelwale den Sommer über anwesend. Regelmäßig werden Zwergwale, Pazifische Weißstreifendelfine, Dall-Hafenschweinswale sowie weite Strecken ziehende, nicht ortstreue Schwertwale gesichtet.

Schwertwal vor der Kueste British Columbias
Walbeobachtung beim Kingfisher Wilderness Adventure

Im Westen von Vancouver Island

Hier werden Walbeobachtungstouren von Tofino und Ucluelet aus angeboten. In den Monaten März und April wandern Grauwale entlang der Westküste Vancouver Islands Richtung Norden in ihre Nahrungsgründe, im Spätherbst und Winter ziehen sie in den Süden in die Paarungsgebiete an der Westküste Mexikos. Diese bemerkenswerte Wanderung von fast 20.000 Kilometer im Jahr – im Laufe seines Lebens könnte ein Grauwal zum Mond und wieder zurück gelangen! – findet somit außerhalb der Touristensaison statt. Es gibt jedoch einige Grauwale, die den Sommer über in diesen Gewässern bleiben. Zudem bestehen Sichtungsmöglichkeiten für Buckelwale und Schwertwale, die nicht in der Region sesshaft sind, sondern weite Strecken ziehen.