Idyllischer Moraine Lake
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Wohnmobil-Gruppenreise durch Alberta

CANUSA unterwegs: 9 Kollegen, 4 Wohnmobile und unzählige Postkartenmotive in Westkanada

Unsere Kollegen Sandra, Sabrina, Anne, Kerstin, Joline, Yvonne, Malte, Miklas und Lukas unternehmen im Juni gemeinsam eine 10-tägige Gruppenrundreise durch Alberta. Mit vier Wohnmobilen geht es ab Calgary Richtung Rocky Mountains. Die wunderschönen Nationalparks Elk Island, Banff und Jasper erwarten die Gruppe mit einzigartiger Natur und wilden Erlebnissen. Alberta überrascht sie mit ihrer Vielfalt: Von süßen Wildtiersichtungen beim Floating über schwindelerregende Aussichten auf einer gläsernen Plattform am Glacier Skywalk bis zu engen Schluchtwanderungen im Johnston Canyon sind einige Abenteuer dabei.

Malte Gaack
"Etwas weiter flussabwärts entdecke ich plötzlich ein Tier am Ufer – es stellt sich heraus, dass es ein junger Grizzly ist. Kurz darauf gesellt sich ein zweites Fellknäuel – vermutlich der Bruder – dazu. Wir sind begeistert."  
Malte Gaack

Grafikdesigner bei CANUSA in Hamburg

Majas und Cindys Reise durch Alberta

Auf nach Alberta

Früh am Morgen geht es los. Vorfreude und Spannung haben mich um den Schlaf gebracht. Was erwartet mich? Meine letzte Reise nach Kanada liegt bereits über zehn Jahre zurück und führte nach British Columbia. Dieses Mal geht es in die Provinz Alberta. Um 5 Uhr klingelt der Wecker. Alles schläft noch im Haus. Die Koffer stehen fertig gepackt zur Abfahrt bereit …

Der Rest der Gruppe wartet schon am Flughafen auf mich. Wir sind zu sechst. Alles Kollegen aus dem Hamburger Büro. In Frankfurt gesellen sich dann noch drei weitere Kolleginnen aus unseren CANUSA-Büros in Stuttgart, München und Frankfurt hinzu. Mit der Condor geht es weiter nach Calgary. Die Flugzeit beträgt neuneinhalb Stunden. Der Flieger, ein Airbus A339, ist sehr modern ausgestattet und zu unserer großen Freude etwa nur zur Hälfte belegt. Ohne Sitznachbar hat man in der Economy-Klasse doch etwas mehr Platz. Der zweite Flug von Calgary nach Edmonton ist dann recht kurz. Die Einreise erfolgt vollkommen problemlos und das Gepäck ist auch schnell da, sodass wir recht schnell mit zwei Uber-Fahrzeugen dicht bepackt in Richtung Hotel unterwegs sind.

Das Vascona Hotel on Whyte im Stadtteil Old Strathcona in Edmonton ist in rund einer halben Stunde erreicht. Der Stadtteil ist ein sehr bunter, lebhafter Ort. An der Whyte Avenue liegen Geschäfte, Restaurants und Bars dicht nebeneinander. Das Adjektiv „Old“ bezieht sich dabei auf die backsteinernen – für amerikanische Verhältnisse recht alten Häuser – weniger auf das Leben, was hier tobt. Heute, an einem Samstagabend, scheint besonders viel los zu sein. Musik liegt in der Luft, die Restaurants und Bars sind voll. Es ist ein warmer Sommerabend. Wir lassen uns von der gelösten Stimmung treiben und genießen den Grillteller und das Draftbier im Restaurant Meat. Selig fallen wir dann in unsere Betten und genießen den Schlaf nach einem langen, ereignisreichen Tag.

Selfie von der CANUSA Reisegruppe am Anreisetag in Frankfurt vor dem Condor Flugzeug
Old Strathcona Farmers Market in Edmonton von außen

Erste Eindrücke in Edmonton

Nach einem leckeren Frühstück im Hotel starten wir entspannt und gut gestärkt in unseren ersten Tag. Zunächst spazieren wir auf eigene Faust durch unsere Nachbarschaft Old Strathcona die Whyte Avenue westwärts hinab und bewundern in einer Nebenstraße einige Murals, von denen es viele in dieser Gegend gibt. 

Dann holt uns der historische Hop-on-Hop-off-Bus The Edmonton Explorer ab. Er erinnert in seiner Form ein wenig an eine alte Straßenbahn und dank der offenen Fenster kann man wunderbar herausschauen und Fotos machen. Nur die Sitzreihen sind leider auch historisch eng, sodass es etwas dauert, bis ich meine Beine halbwegs komfortabel verstaut habe. 

Dann geht es kreuz und quer durch Edmonton. Einer der Stopps liegt gegenüber der Hochhauskulisse Edmontons, welche auf der anderen Seite des in einem Tal verlaufenden North Saskatchewan Rivers liegt. Von der Anhöhe hat man einen wunderbaren Überblick über die gesamte Stadt. Insgesamt gibt es übrigens drei Busse, von denen jeweils zwei auf unterschiedlichen Routen im Einsatz sind. An fünf Stationen kann man die Linie wechseln und so bequem die ganze Stadt erkunden. Dank des historischen Busses wird man dabei auch schnell selbst zum Fotomotiv.

CANUSA Fam unterwegs mit dem Hop on Hop off Bus The Edmonton Explorer in Edmonton
Mit dem Edmonton Explorer Hop on Hop off Bus durch Edmonton

Foodbiketour durch Edmonton – Sightseeing & SchlemmEn

In Downtown wechseln wir dann das Transportmittel. Mit E-Bikes begeben wir uns auf eine Foodbiketour. 

Entlang des North Saskatchewan River fahren wir zunächst durch Parks, dann durch gepflegte Nachbarschaften. Anfangs bieten sich uns dabei immer wieder tolle Blicke auf die Skyline Edmontons, die wir aber nach und nach hinter uns lassen, bis wir fast wieder am Ausgangspunkt unseres Ausflugs anlagen. In Old Strathcona liegt unser erster Stopp, eine Bodega, wo wir mit leckerer Paella und Sangria verköstigt werden. 

Nicht weit entfernt liegt unsere nächste Station, eine kleine Kaffeerösterei namens Aspen Coffee Roasters. Wir dürfen zwei Sorten Eiskaffee, einen lokal hergestellten Chocolate Cookie und einen Erdbeer-Rhabarber-Muffin probieren: lecker! 

Bis zum letzten Stopp bei Backstairs Burger legen wir noch einmal eine halbe Stunde zurück, dabei wächst auch der Hunger wieder an. Auch hier schmeckt es uns wieder sehr gut. Vollständig gesättigt fahren wir schließlich zurück nach Downtown, dabei queren wir den Fluss abermals über eine Eisenbrücke mit toller Aussicht. 

Fahrradtour Foodbiketour durch Edmonton
Coffeetasting in der Aspen Coffee Roasters Rösterei in Edmonton

Zurück in die Zukunft

Das nächste Highlight wartet bereits: Wir müssen uns etwas beeilen, um die letzte Fahrt des Tages mit einem High Level Bridge Streetcar zu erwischen. Auf der High Level Bridge – der höchsten Straßenbahnbrücke der Welt – fahren mehrere dieser besonderen historischen Straßenbahnen über den North Saskatchewan River. Alte Straßenbahnen aus aller Welt wurden liebevoll von freiwilligen Helfern restauriert und in ihren Ursprungszustand zurückversetzt. Bei unserer Bahn Nummer 33 lag die erste Inbetriebnahme etwa im Jahr 1912 – es ist also eine kleine Zeitreise, die man hier erlebt. 

Auf dem Rückweg zu unserem Hotel genehmigen wir uns bei Made By Marcus noch ein Eis. Ein kleines kulinarisches Highlight! Kleiner Tipp: Wer sich einen fertigen Becher Eis aus dem Kühlschrank holt, darf an der langen Schlange vorbeigehen und direkt kaufen!

Den Tag lassen wir schließlich im nahe gelegenen Irish Pub ausklingen und fallen anschließend zufrieden ins Bett.

Alte Lokomotive High Level Bridge Streetcar in Edmonton
Innenansicht High Level Bridge Streetcar Edmonton

Die Wohnmobiltour geht los

Nach einem entspannten Frühstück bringt uns am nächsten Morgen ein Shuttleservice zur Station unseres Wohnmobilvermieters Fraserway. Dort stehen vier unterschiedliche Wohnmobile für unsere 9-köpfige Gruppe bereit: ein Truck Camper, ein Campervan, ein Wohnmobil vom Typ C-Large und eine A-Klasse. In den nächsten Tagen dürfen wir alle Fahrzeuge einmal kennenlernen und selbst sprichwörtlich erfahren. Jetzt kann die Wohnmobilreise endlich losgehen. 

Für mich geht es zunächst ans Steuer des Campervans. Dieser ist modern und kompakt eingerichtet. Er fährt sich sehr angenehm. Trotz der Größe hat man einen guten Überblick und kann dank eines digitalen Rückspiegels auch den Straßenverkehr hinter sich gut beobachten. Der Campervan ist übrigens das einzige unserer vier Fahrzeuge mit einem Rückspiegel. Alle anderen Fahrzeuge haben dafür aber Rückfahrkameras. Die Größe des Fahrzeuges – das gilt übrigens auch für alle anderen unserer Wohnmobile – stellt angesichts der breiten Straßen in Nordamerika gar kein Problem dar. 

In einem großen kanadischen Supermarkt decken wir uns unterwegs für die nächsten Tage ein. Bei neun Personen kommen wir am Ende tatsächlich auf vier gefüllte Einkaufswagen und nutzen die Gelegenheit auch, um einige Mitbringsel für die Lieben daheim zu besorgen.

Fraserway Station in Edmonton mit allen 4 Wohnmobil Modellen
Fraserway C Large Wohnmobil in Edmonton

Nächste Etappe: Der  Elk Island National Park

Vom Supermarkt sind es nur noch 30 Minuten Fahrzeit bis zum Elk Island National Park. Bereits auf dem Highway entdecke ich eine Gruppe Bisons abseits der Straße. Wir halten am Visitor Center und fahren dann weiter durch den Nationalpark zum Astotin Lake Campground.

Unser Weg führt uns überwiegend durch Wälder. Immer wieder tun sich Lichtungen auf und Teiche liegen in sumpfigen Naturlandschaften. Überall sieht man Biberburgen und Stümpfe der von Bibern gefällten Bäume mit dem typisch spitzen Nagemuster. Nur die Bauherren selbst lassen sich leider nicht blicken. Dafür passieren wir aber eine Gruppe ruhender Bisons. Leider beginnt es nachmittags zu regnen, als wir einen Spaziergang am Astotin Lake unternehmen. Wie schön muss diese karge Landschaft erst bei Sonnenschein aussehen? 

Nach dem Abendessen im Camper entschließen wir uns noch mal auf Safari entlang der Nationalparkstraße zu fahren. 

Trotz des inzwischen starken Regens werden wir am Ende doch noch belohnt und sehen neben zahlreichen Vögeln, Gänsen und Enten auch Wapitis und eine Gruppe Bisons, die vor unserem Camper die Straße passieren. Welch imposante Tiere es doch sind. 

Dann ziehen wir uns für unsere erste Nacht im Camper zurück. Drei Gruppenmitglieder teilen sich den C-Large. Es gibt ausreichend Schlafplätze: ein verhältnismäßig großes Schlafzimmer im Heck, ein Alkoven über der Fahrerkabine und eine ausziehbare Schlafcouch (eher für Kinder geeignet). Da das Wohnmobil über einen Slide-out verfügt, lässt er sich auch in einen großen Wohnraum umwandeln. Zudem gibt es viel Stauraum, vor allem in dem von drei Seiten zugänglichen Heckbereich.

Wassersteg am Astotin Lake im Elk Island National Park
Bison in der Natur im Elk Island National Park

Die rocky Mountains warten

Am nächsten Morgen hat sich der Regen verzogen. Der Himmel ist klar und lädt zu einem Morgenspaziergang am See ein. Neben einigen Kanadagänsen mit ihrem flauschigen Nachwuchs begegnen mir überraschenderweise auch einige Pelikane. Nach dem Frühstück geht die Reise weiter westwärts auf dem Highway 16 in Richtung Rocky Mountains. Auch der große Camper lässt sich prima fahren und hat eine gute Motorleistung, um auch Berge bequem zu bewältigen. 

Am Pembina River Provincial Park machen wir nach etwa 1,5 Stunden eine kleine Mittagspause. Ein kleiner Wanderweg führt am Fluss entlang, der sich durch einen saftig grün bewaldeten Canyon schlängelt. Auf unserem Spaziergang genießen wir die Sonne, die sich gerade rechtzeitig wieder von ihrer schönsten Seite zeigt und erholen uns von der Fahrt. Ein lohnenswerter Zwischenstopp – hier gibt es sogar einen malerisch am Ufer gelegenen und von Wald umgebenen Campground, falls man länger verweilen möchte. 

Einen zweiten Zwischenstopp legen wir beim Beaver Boardwalk in Hinton ein. Auf den gerade neu renovierten Holzstegen kann man den besagten Biberbau auf dem Maxwell Lake umrunden. Und tatsächlich sehen wir einen Biber, der gerade abtaucht, um in dem großen Bau aus Holzstämmen zu verschwinden. Er ist also weiterhin fleißig am Bauen …

Wohnmobile auf einem Campingplatz im Pembina River Provincial Park
Beaver Boardwalk in Hinton in Alberta

Der JAsper National Park

Auf der Weiterfahrt tauchen dann auf einmal die schneebedeckten Rocky Mountains vor uns auf. Immer weiter geht es den Bergen entgegen und schließlich ist die Grenze zum Jasper National Park erreicht. Die Berge werden immer imposanter, links und rechts tauchen Seen auf, teilweise im leuchtenden Türkis. Bergziegen und Wapitis (auch Elks genannt) stehen am Straßenrand – wir kommen aus dem Staunen kaum heraus. 

Dann kommen wir an Waldflächen vorbei, die bei dem großen Waldbrand 2024 abgebrannt sind. Zwischen den schwarzen Baumstämmen sprießt bereits neues Grün und bietet den Tieren neue Nahrung. 

Waldbrände sind in Westkanada ein alljährlich wiederkehrendes natürliches Phänomen und in der Weite des Landes auch schwer kontrollierbar. Sie dienen aber auch der Regeneration des Waldes. Die Ausmaße der Brände 2024 rund um Jasper wurden durch Trockenheit und zahlreiches Totholz nach einem Bergkiefernkäferbefall begünstigt. Zudem gab es mehrere von Blitzen ausgelöste Brandherde, die sich zu einem Feuersturm ausdehnten und auch einen Teil der Stadt Jasper zerstörten. Davon zeugen auch die Bautätigkeit in dem Ort und einige noch verbleibende Trailersiedlungen, in denen betroffene Bewohner untergekommen sind. 

Whistlers Campground nach dem Waldbrand
Elch auf dem Whistlers Camground im Jasper National Park

Tierischer Besuch auf dem Whistlers Campground

Wir erreichen den Whistlers Campground im Süden des Ortes, unseren Stellplatz für die nächsten zwei Tage. Es ist ein großer Campingplatz mit viel Platz. Eigentlich handelt es sich um einen Waldcampground, allerdings hat auch hier das Feuer getobt und die verbrannten Bäume wurden auf dem Platz runtergeschnitten. Das hat wiederum den Vorteil, dass wir die Bergkulisse rundherum bestaunen und den Sonnenuntergang sehen können. 

Am Abend bekommen wir dann auch noch Besuch von einigen Wapiti-Hirschkühen. 

Aber nicht nur das. Am Berghang taucht auch noch ein junger Grizzlybär auf, welcher von zwei aufmerksamen Rangern mit Schreckschüssen auf Distanz gehalten wird und wieder verschwindet. Bären, die sich den Menschen zu häufig nähern und die Angst verlieren, werden gefährlich und so versucht man die Tiere vonseiten des Nationalparks so gut es geht fernzuhalten. Darum gibt es auch überall im Park Mülltonnen mit einem besonderen, bärensicheren Verschluss. Omnipräsent sind auch die Hinweise, sein Essen und Essensreste entsprechend zu entsorgen oder im Fahrzeug zu lagern.

CANUSA Reisegruppe auf dem Whistlers Campground im Jasper National Park
Elch auf dem Whistlers Campground im Jasper National Park

Abenteuer zu Wasser und auf heißen Öfen

Viel zu früh klingelt heute der Wecker und dennoch heißt es zügig sein, denn in 30 Minuten ist Abfahrt. Um 6 Uhr ist unsere Gruppe bereits mit zwei Campern unterwegs zum Totempole, dem Treffpunkt für unsere Wildlife and Ecology of Wildfire Tour. Giet holt uns mit einem kleinen Bus ab. Auf unserer Tour quer durch den Nationalpark sehen wir Elks, Rehe, ein Adlernest mit zwei Küken und einen Schwarzbären. Nach der Tour machen wir noch einen kurzen Spaziergang durch den kleinen gemütlichen Ort Jasper.

Mittags geht es zum zweiten Abenteuer des Tages. Wir werden mit einem gelben Schulbus abgeholt und zum Athabasca River gefahren, wo wir für eine Floatingtour in ein quietschorangenes Floß steigen. Unser junger neuseeländischer Steuermann Connor manövriert uns mit Humor und viel Muskelkraft durch die Stromschnellen des schnell fließenden Flusses. Es ist eine relativ ruhige Fahrt. Etwas weiter flussabwärts entdecke ich plötzlich ein Tier am Ufer – es stellt sich heraus, dass es ein junger Grizzly ist. Kurz darauf gesellt sich ein zweites Fellknäuel – vermutlich der Bruder – dazu. Wir sind begeistert. Viel zu schnell treibt unser Floß vorbei. Wenig später fliegt noch ein Fischadler mit seinem Fang vorbei und setzt sich auf einen Baumstumpf mitten im Fluss. Mit diesen beiden Highlights endet unsere Tour unweit von Downtown Jasper nach zwei Stunden.

In Jasper geht es nahtlos weiter zum nächsten Programmpunkt: Auf dem Parkplatz neben den Schienen der Canadian Pacific Railway werfen wir uns in Schale. Wir dürfen eine stylishe Ledermontur anziehen und uns alsbald wie „echte“ Biker fühlen. Im Beiwagen und auf dem Rücksitz einer Harley geht es nun mit vier Motorrädern hinauf in die Berge. Die Fahrt fühlt sich an, als wären wir mitten in einer Postkartenkulisse. Zunächst statten wir dem Pyramid Lake mit dem gleichnamigen Berg einen Besuch ab. Anschließend geht es noch zum Jasper Maligne Lookout. Von hier haben wir einen weiten Blick in das Tal von Jasper und auf die gegenüberliegenden Berge. Leider hat aber auch hier 2024 das Feuer gewütet und die Bäume zerstört. 

Nach Rückkehr von der einstündigen Tour erkunden wir noch ein wenig Jasper zu Fuß. Zum Abendessen gehen wir auf Empfehlung ins De’d Dog Bar & Grill essen. Ryan, unser Kellner, serviert uns leckere, deftige kanadische Küche. Ich lasse mir den Rocky Mountain Shepard's Pie, eine Spezialität des Hauses, schmecken. Den restlichen Abend lassen wir gemütlich auf unserem Campground ausklingen.

CANUSA Reisegruppe auf Jasper Floating Tour mit Jasper Raft Tours
Malte auf einer Harley bei der Harley Tour am Pyramid Lake in Jasper

Gigantische Wassermassen an den Athabasca Falls 

Morgens 7 Uhr erwartet uns der frisch angebrochene Tag mit noch kalten Temperaturen und etwas Regen. Mystisch anmutende Ausblicke mit frischem Schnee auf den Gipfeln der Rockies, tief liegenden Wolken und die unendliche Weite Albertas begleiten uns auf den Weg Richtung Athabasca Falls. Wir genießen die knapp 30-minütige gemütliche Fahrt über die Wildlife versprechende Originalstrecke des Icefield Parkways 93A. Wir haben die schmale, kurvenreiche und deutlich ruhigere Straße quasi für uns allein. Was leider aber auch auf die erhofften Tiersichtungen zutrifft, die wohl wegen des Regens lieber in den geschützten Wäldern bleiben und sich nicht am Straßenrand auf Futtersuche begeben. Somit begnügen wir uns mit Ausblicken auf den schönen La Biche River und passieren den von Bergen umgebenen Leach Lake

Bei den Athabasca Falls angekommen, hat sich der Regen gelegt und uns erwartet ein noch leerer Parkplatz. Wir nehmen zunächst ein leckeres Frühstück zu uns, in der Hoffnung, dass der Himmel noch weiter aufreißt, um die Wasserfälle bei schönem Wetter zu sehen. Ganz so viel Glück haben wir zwar nicht, dennoch sind wir begeistert von den imposanten 18 Meter breiten Wasserfällen, die bis zu 25 Meter tosend in die Tiefe stürzen. Ein 20-minütiger Weg führt uns zu den verschiedenen Aussichtspunkten der Fälle. Enorme Wassermassen aus dem Athabasca River, der durch die Gletscher des Columbia Icefields gespeist wird, stürzen hier mit unsagbarer Wucht in die Tiefe. Auch wenn sie nicht die höchsten Wasserfälle der kanadischen Rockies sind, sind sie unglaublich schön und unbedingt einen Ausflug wert.

Traumhafte Athabasca Falls im Jasper-Nationalpark in Alberta
Blick auf die Athabasca Falls

schwindelerregende Höhen

Wir fahren weiter, kommen nun direkt auf den Icefields Parkway (93), fahren am schönen Tangel Creek Wasserfall vorbei und sehen kurz darauf sogar ein Bighorn Sheep an der Straße. Unser nächstes Ziel ist der Columbia Icefield Skywalk, eine komplett durchsichtige Glasboden-Plattform, die hufeisenförmig knapp 300 Meter über das Sunwapta-Tal ragt. Zunächst geht es für uns jedoch zum Columbia Icefield Visitor Center, das neben einem Restaurant, Souvenirgeschäft und Ticketschaltern auch Anlaufstelle für die Abfahrten mit dem Shuttlebus zum Skywalk ist. Das Besucherzentrum liegt direkt gegenüber vom Columbia Icefield, welches das größte Eisfeld der kanadischen Rocky Mountains ist und sich auf einer Größe von 325 Quadratkilometern erstreckt. Der bekannteste Gletscher ist der Athabasca-Gletscher, den man mit einem Ice Explorer, einem speziell angefertigten Fahrzeug, während einer etwa dreistündigen Tour entdecken kann. Wir verzichten auf dieses Erlebnis und begnügen uns mit einem sagenhaften Blick auf diese unglaublich beeindruckenden Ausmaße dieses Gletschers, die den im Vordergrund verlaufenden Icefields Parkway winzig klein erscheinen lassen. 

Von der Abfahrtstation des Busshuttles werden wir in knapp zehn Minuten zum Glacier Skywalk gefahren. Hier führt uns ein Guide 400 Meter über einen Pfad zur Glasboden-Plattform, erzählt interessante geologische Fakten, während wir rechts von uns das Sunwapta-Tal mit seinem gleichnamigen Fluss bestaunen. In einiger Entfernung können wir schon den Skywalk erblicken. Es gibt keine sichtbaren Pfeiler oder Seile, die die Glasplattform halten. Das gesamte Konstrukt ragt 280 Meter frei über den Abgrund und rund 30 Meter über die Klippe hinaus. Nichts für schwache Nerven! Dennoch wagen sich fast alle auf die Plattform und riskieren einen Blick nach unten. Die ganz Mutigen laufen sogar den Skywalk entlang und machen ausgiebig Fotos. Da es für den Rückweg keine feste Uhrzeit gibt und der Shuttle alle 15 Minuten fährt, lassen wir uns Zeit. 

Im Anschluss daran besichtigen wir noch kurz die Glacier View Lodge, die sich als einziges Hotel am Columbia Icefield befindet – direkt gegenüber vom Athabasca-Gletscher und in 2.000 Metern Höhe bietet diese Unterkunft einen einmaligen und exklusiven Aufenthalt mit spektakulärer Aussicht. 

Mit dem Columbia Icefield Wohnmobil C Large durch den Jasper-Nationalpark
Tolle Aussicht vom Columbia Icefield Skywalk aus

Die sagehaften Lake Louise und Moraine Lake

Bei strahlendem Sonnenschein geht es heute Morgen in die wohl berühmteste Bergstadt Kanadas – nach Banff. Wir schlendern durch die Banff Avenue, vorbei an Geschäften, Galerien und Restaurants. Der Charme dieses Städtchens zieht uns sofort in seinen Bann. Wir lassen uns treiben, erstehen das eine oder andere Souvenir in einem der zahlreichen Geschäfte und überlegen, in welchem der verschiedenen Cafés wir später einen Kaffee trinken wollen. Aber ehe wir uns einen Kaffee gönnen, wollen wir erst eines der absoluten Highlights des Banff National Park besichtigen: Es geht mit einem Shuttle zum Lake Louise sowie dem Moraine Lake. Wir haben unsere Tour dorthin mit Discover Banff Tours ab der Banff Train Station gebucht. In knapp 40 Minuten bringt uns unser Bus zum Lake Louise. Ausblicke auf die Vermilion Lakes auf der linken Seite und den majestätischen Castle Mountain als optisches Highlight auf der rechten Seite lassen die Zeit wie im Flug vergehen. 

Lake Louise, das unangefochtene Aushängeschild des Banff National Park, lässt nicht lange auf sich warten. Nach einem kurzen Fußweg erkennen wir schon von weitem das milchige Türkisblau des Sees. Mit dem Victoria-Gletscher im Hintergrund wirkt das Postkartenmotiv perfekt. Gemütlich paddelnde Kanufahrer runden das Panorama ab. Direkt am See steht das imposante Luxushotel Fairmont Chateau Lake Louise, das ebenfalls ein tolles Fotomotiv bietet.

Unser nächstes Highlight ist der Moraine Lake. Die Straße zum See ist übrigens ausschließlich mit Shuttlebussen zu erreichen und für private Pkw komplett gesperrt. Unser Busfahrer Ed gibt uns den Tipp, zuerst den Rockpile Walk – ca. 250 m – zu gehen, da man von dort aus einen fantastischen Ausblick über den See hat. Er hat recht: Und was für einen! Strahlendes Türkisblau, umsäumt von schneebedeckten Bergen und umgeben von einzelnen Lärchen, Fichten und Tannen. Auf unserem Rückweg entdecken wir ein freches Streifenhörnchen, das es offensichtlich schon gewöhnt ist, für Fotos zu posieren. 

Am Nachmittag fahren wir weiter in den Bow Valley Provincial Park zum Willow Rock Campground, auf dem wir die nächsten zwei Tage bleiben wollen. Bei einem gemütlich prasselnden Lagerfeuer lassen wir den ereignisreichen Tag ausklingen.

Ausblick auf den Lake Louise
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Banff

Heute steht eine Gondelfahrt auf unserem Programm. Früh morgens fahren wir mit unseren Wohnmobilen wieder nach Banff. Da wir unser Ticket für die Gondel bereits gebucht haben, ist der Shuttletransfer zur Talstation kostenlos. Wir testen das Bussystem „Roam Public Transit“. Es gibt verschiedene Routen, die u. a. zur Banff Gondola, dem Johnston Canyon und sogar zum Lake Louise fahren. Für Camper gut zu wissen, dass sogar die Campingplätze in Banff angefahren werden und man so bequem sein Wohnmobil auf dem Campingplatz stehen lassen kann. 

An der Gondelstation der Banff Gondola ist alles gut organisiert und schon geht es in einer 4-er-Kabine hoch auf den Sulphur Mountain. In einer Höhe von knapp 2.300 Metern bieten sich bei recht frischen Temperaturen atemberaubende Ausblicke. Ein knapp einen Kilometer langer Holzsteg führt uns über den Grat des Berges bis zum benachbarten Gipfel und bietet einen traumhaften 360° Rundumblick auf sechs verschiedene Bergketten, den Bow River sowie die Stadt Banff. Nach erfolgreicher Absolvierung des Boardwalks gönnen wir uns noch ein wenig Ruhe in den gemütlichen Sitzgelegenheiten mit großen Gas-Feuerstellen vom 360° Rooftop Observation Deck und genießen den Ausblick, ehe es mit der Gondel wieder zurück ins Tal geht.

Nach einer kleinen Stärkung bei perfektem Sonnenschein schnappen wir uns ein E-Bike und machen eine Radtour durch das Stadtzentrum Banffs, fahren zum vielsagenden Surprise Corner Viewpoint und zum Hoodoos Viewpoint – wo wir zum ersten Mal wirklich dankbar für ein Motorbetriebenes Rad sind. Auf dem Klippen-Aussichtspunkt erwartet uns ein fantastischer Ausblick in das weite Tal mit dem sich schlängelnden, türkis leuchtenden Bow River, der im Kontrast zu den dichten, grünen Nadelbäumen steht. Die beigefarbenen „Hoodoos“ – nadel- oder turmartige Felssäulen – bilden zusammen mit der gräulichen Bergkulisse im Hintergrund einen traumhaften Anblick, von dem wir uns nur schwer trennen können. Wir sausen mit unseren E-Bikes schließlich die von Wald gesäumte Straße wieder hinunter. 

Zurück in Banff, gönnen wir uns ein Eis und genießen danach auf unserem Campingplatz noch ein wenig die tolle Natur auf dem Flowing Water Trail, der direkt am Campingplatz verläuft. Bei einem letzten Lagerfeuer auf unserem Campingplatz lassen wir unsere Reise noch einmal Revue passieren und stellen fest, dass uns die eine Woche voller Erlebnisse, Höhepunkte und Entdeckungen vorkommt, als wären wir viel länger unterwegs gewesen.

Gondel über Banff mit Aussicht
Ausblick auf den Hoodoos Viewpoint bei der E-Bike Tour

Abschied

Nur schwer können wir glauben, dass unsere Campingreise heute schon zu Ende ist. Etwas wehmütig machen wir unsere Fahrzeuge abfahrbereit und setzen uns ein letztes Mal hinters Steuer, um zur Fraserway-Vermietstation nach Airdrie nahe Calgary zu fahren. Wir starten in den Ausläufern der Rocky Mountains und genießen den letzten Anblick auf die Berglandschaften mit schneebedeckten Gipfeln. Die mächtigen Berge schwinden schon bald und rund um Cochrane erwarten uns sanft geschwungene Hügel in sattem Grün. 

Nur wenig später flachen die Hügel ab und machen einem riesigen Horizont Platz. Wir erreichen das fruchtbare Prärieland Albertas. Grenzenlose Weite. Nur der blaue Himmel vom „Wild Rose Country“ will heute nicht so recht hervorkommen. Alberta verabschiedet uns mit wehmütigen blassen Grautönen. Aber wir sind uns sicher: Das war nicht unser letztes Mal in Alberta!

Abschied morgens auf dem Willow Rock Campground
Blick auf die Hauptstrasse von Canmore

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