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Zugabenteuer Rocky Mountaineer: Von Banff nach Vancouver

CANUSA unterwegs: Katharina unternimmt mit ihren Eltern eine zweiwöchige Reise durch Westkanada – davon 2 Tage im legendären Rocky Mountaineer

Bevor es auf Entdeckungstour mit dem Wohnmobil geht, unternimmt Katharina mit ihren Eltern eine zweitägige Panorama-Zugreise im berühmten Rocky Mountaineer von Banff nach Vancouver mit Zwischenstopp im Kamloops. Die Landschaften Westkanadas gleiten in all ihrer Schönheit an Ihnen vorbei: schneebedeckte Gipfel, türkisfarbene Seen und wilde Flüsse. Eine Zugreise, die Entspannung und Abenteuer auf unvergleichliche Weise verbindet – und den Zauber des Reisens ganz neu erlebbar macht.

Katharina Lenhard
„Die kurze Pause kommt uns wie gerufen, denn das Timing könnte nicht besser sein: Ganz in der Nähe der Strecke entdecken wir eine Bärenfamilie! Dank des Halts haben wir eine erstklassige Sicht auf eine Bärenmutter mit ihrem etwa zwei- bis dreijährigen Jungen.“
Katharina Lenhard

Reiseberaterin bei CANUSA in Frankfurt

Karte der Zugreise im Rocky Mountaineer

Anreise nach Westkanada

Nach 1,5-jähriger Planung ist der Tag unserer Abreise Richtung Kanada endlich gekommen! 
Für die nächsten zwei Wochen heißt es Natur pur, Kanada Feeling und Entdeckungstour mit dem Zug und dem Wohnmobil. Für meine Eltern und mich geht es von Frankfurt über Vancouver nach Calgary. Vor unserem Abenteuer mit dem Rocky Mountaineer haben wir noch zwei Nächte in Banff eingeplant, damit wir uns nach der langen Reise erst mal akklimatisieren können und noch einen vollen Tag die Umgebung von Banff erkunden können. Wer das erste Mal in Banff ist, sollte mindestens 3-4 Nächte vor der Zugfahrt einplanen, da es im Banff National Park viel zu entdecken gibt, mindestens jedoch eine Nacht.

Banff Erkunden

Für unseren zweitägigen Aufenthalt in Banff fällt unsere Wahl auf das Canoe Hotel & Suites – eine wunderbar moderne Unterkunft direkt an der Banff Avenue. Mit seinem schicken, zeitgemäßen Design begeistert uns das Haus auf Anhieb. Besonders die beheizten Rooftop Hot Pools, sind ein echtes Highlight – die perfekte Erholung nach einer zwölfstündigen Anreise! Das hauseigene Restaurant Sudden Sally kann ich wärmstens empfehlen, sowohl für ein ausgiebiges Frühstück mit gutem Kaffee als auch für ein entspanntes Abendessen.

Um Banff und die Umgebung flexibel erkunden zu können, haben wir bereits in Calgary einen Mietwagen gemietet. Man kann aber auch problemlos einen Transfer von Calgary nach Banff reservieren und ganz ohne Auto unterwegs sein. Die Roam Transit Busse fahren viele Sehenswürdigkeiten in und um Banff an.

Vor der langen Zugfahrt wollen wir uns noch etwas die Beine vertreten und unternehmen eine kleine Wanderung durch den Johnston Canyon im Banff National Park, ca. 30 Minuten von Banff entfernt. Ein kleiner Tipp für alle, die Banff bereits kennen und den Icefields Parkway schon bereist haben: Wählen Sie die Strecke über den Bow Valley Parkway, der sich parallel dazu durch die Landschaft schlängelt. Hier stehen die Chancen auf Wildlife-Sichtungen besonders gut.

Am Abend lassen wir unseren erlebnisreichen Tag im Restaurant Farm & Fire entspannt ausklingen. Dieses Gasthaus ist eine echte Empfehlung, da hier ausschließlich mit regionalen Produkten gekocht wird. Statt der klassisch kanadischen Burger mit Pommes erwarten Sie kreative und etwas ausgefallenere Gerichte.

Außenpool des Canoe Hotel & Suites
Atemberaubender Wasserfall und Wald am Johnston Canyon

Tag 1: Rocky Mountaineer Streckenabschnitt von Banff nach Kamloops

Endlich ist es so weit und unsere Fahrt mit dem Rocky Mountaineer geht los! Der Tag beginnt früh, da wir bereits gegen 7 Uhr morgens an unserem Hotel abgeholt werden. Auf das Frühstück im Hotel können wir getrost verzichten, denn die erste Stärkung erwartet uns bereits direkt an Bord. 

Nach dem reibungslosen Transfer zum Bahnhof in Banff erfolgt das Boarding – perfekt organisiert! Die Reisenden verteilen sich auf ihre jeweiligen Waggons in der SilverLeaf oder GoldLeaf Class. Wir haben uns für die GoldLeaf Class entschieden und können das nur empfehlen! 

In den kommenden 12 Stunden machen wir es uns in unserem Waggon gemütlich und lassen die spektakuläre Natur durch die riesigen Panoramafenster und von der Aussichtsplattform im Freien auf uns wirken. Unser Ziel für heute: Kamloops!

Gruppenfoto von Familie Lenhard vor dem Rocky Mountaineer
Willkommensgetränk und Zeitschrift beim Start

Perfekter Service An Bord und tierische Aussichten entlang der Strecke

Nach all der morgendlichen Vorfreude ist es Zeit für ein stärkendes Frühstück, das uns im unteren Bereich des Waggons serviert wird. Ob fluffige Pancakes, frische Omelettes oder ein herzhaftes Frühstück nach Bauernart – hier bleiben wirklich keine Wünsche offen. Besonders hervorzuheben ist, wie aufmerksam das Team mit Allergien und Unverträglichkeiten umgeht. Wer dies bereits bei der Buchung vermerkt, darf sich auf tolle Alternativen freuen, sodass niemand hungrig bleiben muss. Bei diesem fantastischen Panorama fällt die Konzentration schwer, man muss regelrecht aufpassen, dass vor lauter Staunen das Essen nicht kalt wird!

Nach etwa zwei Stunden erreichen wir den idyllischen Bahnhof von Lake Louise, an dem weitere Mitreisende zusteigen. 

Die kurze Pause kommt uns wie gerufen, denn das Timing könnte nicht besser sein: Ganz in der Nähe der Strecke entdecken wir eine Bärenfamilie! Dank des Zwischenhalts haben wir eine erstklassige Sicht auf eine Bärenmutter mit ihrem etwa zwei- bis dreijährigen Jungen. Mein Tipp: immer die Kameras bereithalten, man weiß nie, was hinter der nächsten Kurve auf einen wartet.

Spezialität Eggs Benedict zum Frühstück im Rocky Mountaineer
Bärenmama mit Kind vom Rocky Mountaineer aus gesichtet

Spektakuläre Ausblicke und Zwischenstation Kamloops

An beiden Reisetagen behält man seinen fest zugewiesenen Platz. Pro Waggon sorgen zwei herzliche Hosts für das Wohlbefinden der Reisenden, servieren kontinuierlich Erfrischungen sowie Snacks und teilen spannendes Hintergrundwissen über Regionen entlang der Strecke. 

Eines meiner Highlights ist die Passage durch die majestätische Bergwelt und die beeindruckenden Spiral Tunnels am Kicking Horse Pass – es ist schlichtweg faszinierend. Während der Vormittag noch von dichten Wolken geprägt ist, haben wir im weiteren Streckenverlauf mehr Glück und es klart zusehends auf. Besonders die Kombination aus morgendlichem Dunst und den nach und nach aufbrechenden Wolkenfeldern bietet fantastische Fotomotive und sorgt für unvergessliche Augenblicke.

Die vielen Fotostopps wecken den Appetit, weshalb wir uns zum Mittagessen erneut im unteren Bereich des Waggons einfinden. 

Ähnlich wie schon am Morgen lässt die Auswahl keinerlei Wünsche offen und bietet für jeden Geschmack das Passende: Ob saftiges Steak, fangfrischer Fisch oder kreative vegetarische Köstlichkeiten – hier findet man alles, was das kulinarische Herz begehrt!

Bestens gestärkt setzen wir unsere Reise fort, während sich der Zug gemächlich vorbei an imposanten Bergmassiven, glitzernden Seen und rauschenden Wasserfällen schlängelt. 

Gegen 21 Uhr erreichen wir schließlich Kamloops. Hier verlassen alle Reisenden den Rocky Mountaineer und werden für die anstehende Übernachtung zu ihren jeweiligen Hotels gebracht. Noch ganz überwältigt von den unzähligen Eindrücken des Tages verzichten wir auf eine Erkundungstour durch die Stadt und fallen stattdessen direkt glücklich und zufrieden in unsere Betten.

Außenansicht des Rocky Mountaineer auf Schienen auf dem Weg von Banff nach Vancouver
Atemberaubender Wasserfall während der Fahrt im Rocky Mountaineer von Banff nach Vancouver

Tag 2: Rocky Mountaineer Streckenabschnitt von Kamloops nach Vancouver

Am nächsten Morgen bricht der zweite Teil unserer Zugreise – wir werden pünktlich auf die Minute abgeholt, um zum Zug zurückzukehren.

Natürlich wird auch heute wieder ein erstklassiges Frühstück kredenzt. Da der Speisewagen im unteren Deck jeweils nur der Hälfte der Gäste Platz bietet, wird das Frühstück und Mittagessen in zwei Schichten organisiert. Diesmal gehören wir zur zweiten Gruppe und werden zur Überbrückung direkt nach dem Zustieg mit frischem Kaffee und einem kleinen Stück Kuchen am Platz verwöhnt. Eines ist sicher: Hungrig verlässt hier nach zwei Tagen niemand den Waggon! Passend zur Urlaubsstimmung gönnen wir uns zum Wachwerden einen prickelnden Mimosa.

Die heutige Etappe führt uns zu unserem Reiseziel nach Vancouver. Obwohl wir die majestätischen Gipfel der Rocky Mountains allmählich hinter uns lassen, verspricht der zweite Teil der Route durch das Fraser Valley und entlang des Fraser Rivers und des Thompson Rivers ebenso spannende Ausblicke. Die Landschaft wandelt sich, bleibt aber in ihrer Weite absolut beeindruckend!

Ein Highlight der Strecke ist Hell`s Gate, eine besonders enge Passage des Fraser River. Während wir dieses eindrucksvolle Naturschauspiel passieren, erzählen uns unsere Hosts mehr über Simon Fraser, nach dem der Fluss benannt ist. Der Pelzhändler und Entdecker stand im Dienst der North West Company und leitete deren Geschäfte westlich der Rocky Mountains. 1808 erforschte er den Fraser River mit dem Ziel, eine Handelsroute zum Pazifik zu finden. Seine Expedition trug zugleich dazu bei, große Teile des heutigen British Columbia genauer zu kartografieren.

Falls man bei den Erzählungen den Faden verliert oder gerade die Aussicht von der Plattform genießt, lohnt ein Blick in die bordeigene Zeitung des Rocky Mountaineer.

Diese liegt an jedem Platz bereit und bietet neben spannenden Hintergrundinfos auch unterhaltsame Rätsel und Platz für eigene Notizen.

Aussicht vom Rocky Mountaineer auf den Fraser River in British Columbia
Brücke am Hell`s Gate

Letzte Etappe nach Vancouver und noch mehr Verwöhnprogramm

Gegen Mittag führt uns der Weg ein letztes Mal in den Speisewagen. Die Küche überrascht uns erneut mit einer feinen Auswahl kulinarischer Köstlichkeiten, bei der wirklich jeder Gaumen auf seine Kosten kommt.

Ein kleiner Funfact am Rande: Wann der Rocky Mountaineer genau in Vancouver oder Kamloops eintrifft, lässt sich nie ganz auf die Minute vorhersagen. Da sich der Rocky Mountaineer die Strecke mit sehr langen Güterzügen teilt, die auf einzelnen Abschnitten Vorrang haben, kann es unterwegs immer wieder zu kurzen, ungeplanten Stopps kommen – ein Teil des ganz besonderen Reiseerlebnisses auf Schienen.

Wie im Flug vergehen die Stunden, bis wir gegen 19 Uhr schließlich unser Ziel erreichen: Vancouver! Hinter uns liegen zwei ereignisreiche Tage voller unvergesslicher Eindrücke und Begegnungen!

Doch für meine Familie und mich ist hier noch nicht die Endstation! 

Thunfisch Filet zum Mittagessen im Rocky Mountaineer
Sitzplätze im Rocky Mountaineer

Unsere Kanada-Reise ist noch nicht zu Ende!

Im Anschluss an den Luxus des Rocky Mountaineer steht eine Campertour über Vancouver Island auf dem Programm. Das ist natürlich das totale Kontrastprogramm, nachdem wir zwei Tage lang nach Strich und Faden verwöhnt wurden und uns um nichts kümmern mussten.

Dennoch ist genau diese Kombination aus exklusivem Komfort und der Freiheit einer Wohnmobilreise eine absolute Empfehlung von mir!

Mit zwei Campern erkunden wir nun acht weitere Tage lang die Schätze von Vancouver Island. Was für ein unglaubliches Abenteuer! Mir wird immer wieder bewusst: Ganz gleich, wie oft ich Nordamerika bereits bereist habe, dieser Teil der Erde hält stets neue Überraschungen bereit. Es wird einfach nicht langweilig und bleibt für mich mein absolutes Lieblingsreiseziel!

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